Juwelenraub: Krone von Kaiserin Eugénie nachher Louvre-Diebstahl voll restaurierbar

Die Krone der
Kaiserin Eugénie kann trotz der beim Louvre-Diebstahl entstandenen Schäden wohl komplett restauriert werden. Alle 56 Smaragde sind erhalten und von den mehr als 1.300 Diamanten fehlen nur wenige winzige Steine, teilte der Louvre mit. Lediglich einer von acht goldenen Adlern sei abhandengekommen, die anderen ursprünglich
acht Palmetten und Ornamente in Form eines Fächers blieben erhalten. 

Ein Chef-Restaurator oder eine -Restauratorin soll in Kürze ausgewählt
werden. Die Arbeit soll von einem Expertenrat überwacht werden, in dem
auch die bedeutendsten Juweliere Frankreichs vertreten sein sollen.

Krone wurde unter einem Balkon gefunden

Wie das Pariser Museum mitteilte,
wurde die Krone durch schwere Gewalteinwirkung beim Diebstahl stark verformt, bewahrte
jedoch nahezu ihre vollständige Substanz. Zunächst wurde sie beim
Herausziehen aus der Vitrine durch einen schmalen Schlitz, den die Täter
mit einer Trennscheibe geschaffen hatten, verformt. 


Juwelenraub: So sah die Krone vor ihrer Verformung aus.

So sah die Krone vor ihrer Verformung aus.

Anschließend gab es
einen heftigen Stoß gegen die Krone – vermutlich fiel sie auf den Boden, als die Diebe nach wenigen Minuten den Tatort verließen. Die Krone wurde nach Angaben des Louvre
unterhalb des Balkons gefunden, über den die Diebe in das Museum
eingedrungen und auch wieder geflüchtet waren.

Verlust im Wert von 88 Millionen Euro

Bei dem Einbruch am 19. Oktober waren acht
Schmuckstücke im Wert von 88 Millionen Euro aus der napoleonischen
Sammlung gestohlen worden. Die vier mutmaßlichen Mitglieder des
Einbruchskommandos wurden alle festgenommen
und befinden sich in
Untersuchungshaft. Von der Beute fehlt weiterhin jede Spur. Experten gehen davon aus, dass Diebe die Edelsteine herausgebrochen und das Gold eingeschmolzen
haben.

Die Krone hatte der letzte französische
Kaiser Napoleon III. für seine Frau Eugénie 1855 in Auftrag gegeben. Die Krone wurde auf der Weltausstellung 1855 in Paris präsentiert, wo Kommentatoren sie als „leicht und kokett“
beschrieben. Vermutlich habe Kaiserin Eugénie sie aber nicht getragen,
da es keine Krönungszeremonie für sie gegeben habe, teilte der Louvre mit.
Im Unterschied zur Krone ihres Mannes
wurde sie nach dem Ende der französischen Monarchie nicht zerlegt und
verkauft. Sie wurde in der Familie vererbt und 1988 vom Louvre erworben.
Nach Angaben des Louvre ist sie eine der drei noch erhaltenen Kronen der französischen Monarchie.