Steigende Aktienkurse: Geht welcher Aufwärtstrend welcher Banken weiter?

Die Aktienkurse deutscher Banken steigen seit dem vergangenen Jahr ungebremst. Ein Trend, der sich auch in Europa zeigt: Die Commerzbank, aber auch die französische Société Générale oder die spanische Santander haben 2025 Kurszuwächse von weit über 100 Prozent erzielt. In der Branche und bei Anlegern kommt die Frage auf: Kann dieser Aufwärtstrend der Banken so weitergehen?
Die UBS setzte am Mittwoch ein ermutigendes Zeichen. Die Schweizer Großbank hat 2025 dank höherer Erträge und niedrigerer Kosten mehr verdient. Mitten in der Integration der gestrauchelten Credit Suisse steigerte der Schweizer Vermögensverwaltungsriese den Gewinn auf 7,8 Milliarden Dollar von 5,1 Milliarden. Analysten hatten nach einer Umfrage der Bank zuvor mit einem Überschuss von 7,5 Milliarden Dollar gerechnet.
UBS-Aktienkurs verleirt nach Geschäftsbericht
Der Kurs der UBS-Aktien reagierte am Mittwoch im frühen Handel auf die neuen Geschäftszahlen negativ. Zwischenzeitlich verlor der Kurs in Zürich mehr als vier Prozent, UBS war damit zweitschwächster Wert im Schweizer Aktienindex SMI. Die Aktie konsolidiert damit weiterhin den Anstieg von Ende 2025, der neue Hochs gebracht hatte. Blickt man jedoch auf die Kursentwicklung über ein Jahr hinweg, ist eine klare Aufwärtsentwicklung von 22 Franken im April 2025 auf 28 Franken bis Anfang Januar 2026 zu erkennen.
Von 25 Analysten, deren Urteile von Bloomberg gesammelt werden, raten derzeit 15 und damit mehr als die Hälfte dazu, die Aktie zu kaufen. Wiederum sieben raten zum Verkaufen und vier zum Halten. Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat die Einstufung mit einem Kursziel von 41,50 Franken auf „Buy“ belassen. Der Überschuss des vierten Quartals liege um 30 Prozent über dem Konsens, schrieb Chris Hallam am Mittwoch. Der Ausblick auf 2026 dürfte die Markterwartungen allerdings kaum bewegen.
Die US-Bank J.P. Morgan stuft die UBS-Aktie unverändert mit überdurchschnittlich („Overweight“) ein. Die Resultate des vierten Quartals 2025 seien stark ausgefallen, schrieb Kian Abouhossein am Mittwoch. Die Eingliederung der Credit Suisse laufe operativ rund.
Deutsche Bank vermeldet Gewinn nach starken Wachstum
Die Deutsche Bank vermeldete vergangene Woche einen beachtlichen Gewinnsprung. Mit gut 9,7 Milliarden Euro erzielte der Frankfurter Dax-Konzern das höchste Vorsteuerergebnis seiner Geschichte. Auch für 2026 rechnet der Vorstand mit einem weiteren Gewinnzuwachs und mehr Dividenden für die Aktionäre. Getrübt wurde der Erfolg durch die Ermittlungen gegen Verantwortliche und Mitarbeiter wegen des Verdachts der Geldwäsche, wie zuvor bekannt wurde.
Auch der Aktienkurs der Deutschen Bank verzeichnete im vergangenen Jahr starkes Wachstum von 16 auf bis zu 34 Euro. Auch der Großteil der Analysten, genau gesagt elf, rät dazu, die Aktie der Deutschen Bank zu halten, neun empfehlen den Kauf, fünf den Verkauf.
Großteil Analysten rät Aktie der Deutschen Bank zu halten
Die US-Bank J.P. Morgan hat die Einstufung für Deutsche Bank nach dem Quartalsbericht mit einem Kursziel von 40 Euro auf „Overweight“ belassen. Mit dem Ausblick für 2026 blieben die Frankfurter auf einem guten Weg in Richtung ihrer für 2028 angestrebten Eigenkapitalrendite von mindestens 13 Prozent, schrieb Kian Abouhossein. Er hob den Aktienrückkauf positiv hervor. Mit größeren Anpassungen der Gewinnerwartungen für 2026 rechnet er aber nicht.
Das Analysehaus Warburg Research hat die Einstufung für Deutsche Bank nach dem Quartalsbericht mit einem Kursziel von 34,60 Euro auf „Hold“ belassen. Das vierte Quartal sei etwas besser als gedacht verlaufen, schrieb Andreas Pläsier am Donnerstag. Der Ausblick auf 2026 entspreche größtenteils den Erwartungen.
Commerzbank: Analysten rechnen mit Gewinnrückgang
Ihren Ausblick für das Jahr 2026 stellt die Commerzbank am 11. Februar vor. Analysten rechnen mit einem Gewinnrückgang auf 2,53 Milliarden Euro nach 2,68 Milliarden Euro im Vorjahr. Zögerliche Anleger ließen die Aktie bisher verhalten ins Jahr starten. Während der Euro Stoxx Banks im Januar rund 4,5 Prozent zulegte, rangierte die Commerzbank-Aktie am unteren Ende dieses europäischen Bankenindexes. Auch zur möglichen Übernahme durch die Unicredit ist es in letzter Zeit ruhig geworden.
Dabei war der Aktienkurs der Commerzbank im vergangenen Jahr stark gestiegen mit einer Preisspanne von 17 bis 38 Euro. Die Aktie zu kaufen, empfehlen aktuell acht Analysten, neun zu halten und vier zu verkaufen. Warburg Research hatte am Montag sein Kursziel für die Commerzbank von 30,70 auf 34,80 Euro erhöht und zum Halten der Aktie geraten. Analyst Andreas Pläsier verwies auf eine robuste Entwicklung im Schlussquartal, die das Erreichen der Jahresziele wahrscheinlich mache.
Nach den Milliardengewinnen der Banken reagieren die Börsen zurückhaltend. Möglicherweise ist das Ende der Fahnenstange erreicht.
Source: faz.net