Marie Jeschke: „Wasser ist die größte Bibliothek der Welt“
DIE ZEIT: Frau Jeschke, in zwei aktuellen Ausstellungen in Rostock und Greifswald beschäftigen Sie sich mit Wasser als Träger von Spuren und Erinnerungen. Sie sind etwa ehemalige Fluchtwege über die Ostsee und andere DDR-Wassergrenzen nachgeschwommen und haben Ihre Schwimmbewegungen mit spezieller Farbe auf Leinwänden festgehalten. Was war der Auslöser?
Marie Jeschke: Anfang 2023 hatte ich den Impuls, meinen Wohnort Berlin vom Wasser aus kennenzulernen. Ich bin an der Küste aufgewachsen, bin gelernte Seglerin und Schwimmerin und sehr gern im Wasser. Es ist ein Element, in dem ich mich zu Hause fühle, das in meiner künstlerischen Arbeit bisher aber kaum eine Rolle gespielt hatte. Ich habe dann nach Wegen gesucht, Wasser auch als Arbeitsraum zu begreifen und einen malerischen Prozess im Wasser in Gang zu setzen.