Wirtschaftliche Beziehungen: Reiche will Energiepartnerschaft mit Saudi-Arabien siegeln

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche will bei einer Reise nach Saudi-Arabien die wirtschaftlichen Beziehungen vertiefen und eine Energiepartnerschaft unterzeichnen. Sie verfolge drei wichtige Ziele, sagte die CDU-Politikerin am Samstag vor ihrem Abflug nach Riad. Dazu zählten die Vertiefung der Beziehungen, die Unterstützung deutscher Unternehmen bei Investitionen im Königreich und das Werben um saudisches Kapital für den Standort Deutschland. Reiche wird von einer Delegation aus 35 Unternehmen und elf Start-ups begleitet.

„Wir werden im Rahmen dieser Reise eine Energiepartnerschaft unterzeichnen“, sagte Reiche. „Diese umfasst nicht nur die klassischen Energiebeziehungen, (…) sondern eben auch das gezielte strategische Investment in erneuerbare Energien, in Speichertechnologien und nachhaltigen Wasserstoff.“

Auf dem Programm stehen laut Ministerium in der Hauptstadt Riad bilaterale Gespräche sowie eine Sitzung der Gemischten Wirtschaftskommission, die Reiche mit Energieminister Prinz bin Abdulasis al Saud leiten wird. In Dschidda wird die Ministerin den Grundstein für neue Fabrikgebäude von Partnerfirmen von Mercedes-Benz Trucks und Liebherr legen sowie die King Abdullah University of Science and Technology (KAUST) besuchen.

Reiche unterstreicht Suche nach neuen Partnern

Saudi-Arabien verfolge ambitionierte Investitionsprogramme, sagte Reiche. Allein ⁠bis 2030 seien Investitionen von 190 Milliarden Dollar in erneuerbare
Energien und 36 Milliarden Dollar in nachhaltigen Wasserstoff geplant.

Reiche kritisierte die EU-Vorschriften für grünen Wasserstoff. Diese seien so kompliziert, dass sie zu sehr hohen Preisen ⁠von acht bis zwölf Euro pro Kilogramm führten. Wasserstoff finde deshalb in Deutschland kaum Abnehmer. Die EU müsse die Definition für nachhaltigen Wasserstoff so anpassen, „dass ‍zu halbwegs ‍wettbewerbsfähigen Preisen Wasserstoff oder Derivate importiert werden können“, forderte die Ministerin.

Hintergrund der Reise ist Reiche zufolge auch die Notwendigkeit, neue Partner zu suchen, da jahrzehntelange Partnerschaften ein wenig brüchig würden. Die Ministerin verwies zudem auf Spannungen in der Region und nannte den Iran „ein mörderisches Regime“, das seine ⁠Nachbarn destabilisiere.

Deutschland ist der wichtigste Wirtschaftspartner Saudi-Arabiens in der EU. Das bilaterale Handelsvolumen liegt laut Ministerium bei über zehn Milliarden Euro.
Mehr als 800 deutsche Unternehmen seien
in dem Königreich aktiv und schafften rund 40.000 Arbeitsplätze.

Zu ‌der Wirtschaftsdelegation gehören nach Informationen von Reuters auch die Vorstandschefs von Siemens Energy, Christian ‍Bruch, und Thyssenkrupp, Miguel Lopez. Auch die Chefs des Energiekonzerns Uniper, des Versorgers EnBW sowie von Sefe sind Insidern zufolge mit ‍von der Partie. Direkt nach Reiche reist Bundeskanzler Friedrich ⁠Merz vom 4. bis 6. Februar nach Saudi-Arabien, Katar und in die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE).