Handel: Deutsche Importpreise erleben stärksten Rückgang seit dem Zeitpunkt weitestgehend zwei Jahren
Die deutschen Importpreise
sind im Dezember wegen billigerer Energie so stark gefallen wie
seit fast zwei Jahren nicht mehr. Sie sanken um 2,3 Prozent im
Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. „Dies war der stärkste Rückgang gegenüber dem
Vorjahr seit März 2024“, hieß es. Von der Nachrichtenagentur
Reuters befragte Experten hatten allerdings einen noch
stärkeren Rückgang von 2,6 Prozent erwartet, nach einem Minus
von 1,9 Prozent im November. 2025 insgesamt gaben die
Importpreise um 0,3 Prozent nach, nachdem sie 2024 um 1,2
Prozent und 2023 um 6,5 Prozent gefallen waren.
Da die deutsche Wirtschaft sehr viele Vorprodukte und
Rohstoffe aus dem Ausland bezieht, wirken sich Einfuhrpreise
früher oder später auch auf die allgemeine Inflation aus. Im
Dezember fiel die Teuerungsrate bei den Verbraucherpreisen auf
1,8 Prozent. Für Januar wird ein Anstieg auf 2,0 Prozent
erwartet. Das Statistikamt will dazu am Nachmittag eine erste
Schätzung veröffentlichen.
Den größten Einfluss auf die Entwicklung der Einfuhrpreise
hatten zuletzt erneut die Energieimporte. Diese verbilligten
sich um 20,6 Prozent im Vergleich zum Dezember 2024. Rohöl
kostete 23,2 Prozent weniger, während für Erdgas 23,4 Prozent
und für Strom 14,0 Prozent weniger verlangt wurden.
Mineralölerzeugnisse wie Benzin waren 13,1 Prozent günstiger. Rechnet man ohne den billigeren Energiepreis, fielen die Einfuhrpreise nur um 0,3
Prozent.
Für aus dem Ausland eingeführte Nahrungsmittel musste mehr
Geld hingelegt werden: Sie verteuerten sich im Schnitt um 0,8
Prozent. Teurer wurden etwa geschälte Haselnüsse (+55,8
Prozent), Kaffee (+36,5 Prozent), Rindfleisch (+24,1 Prozent)
und Geflügelfleisch (+14,9 Prozent). Billiger wurden dagegen
Kakaobutter, Kakaofett und Kakaoöl (-33,3 Prozent), Zucker
(-16,8 Prozent), Olivenöl (-16,0 Prozent), Schweinefleisch
(-14,9 Prozent) sowie Milch und Milcherzeugnisse (-8,2 Prozent).