„Opernball“: Kickl baumelt am Kronleuchter

Abgesehen davon, dass der Wiener Opernball für viele der Ball aller Bälle sein ­dürfte (wer kennt schon den Kaffeesiederball oder die Fête Impériale?), ist er auch eine Fleischbeschau erster Güte. Debütantinnen und Debütanten werden auf ihren erotischen Nährwert geprüft und der Gesellschaft zugeführt, angewelkte Stars üben sich im Walzerschritt, Skandale erregen die Gemüter. Unvergessen, wie Richard „Mörtel“ Lugner, der Wiener Bauunternehmer, 2011 mit einem ­Escortgirl in seiner Loge erschien, das durch Berlusconis Bunga-­Bunga-Partys Bekanntheit erlangt  hatte; oder wie der Schauspieler Hubert „Hubsi“ Kramar 2000 im Hitler-­Kostüm einen Polizeieinsatz auslöste. Selige Zeiten.