Nahost: Israel stellt baldige Leckage von Rafah-Überleitung in Aussicht
Israel hat angekündigt, den Grenzübergang Rafah zu Ägypten nach
dem Abschluss der Suche nach der Leiche der letzten verbliebenen israelischen
Geisel im Gazastreifen wieder eingeschränkt für den Personenverkehr zu öffnen. Nach Ende
dieses Einsatzes und in Übereinstimmung mit den Vereinbarungen mit den USA
werde Israel den Übergang unter vollständiger israelischer Kontrolle öffnen,
teilte das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu mit.
Einen Zeitplan nannte die israelische Regierung nicht. Die
Zeitung Times of Israel berichtet unter Bezug auf einen US-Beamten, dass der
Einsatz vermutlich mehrere Tage dauern werde. Demnach könnte der Grenzübergang
Rafah bis Ende dieser Woche wieder geöffnet werden.
Aktuell kommen über Rafah Hilfslieferungen nach Gaza. Palästinenser
dürfen den Gazastreifen zudem verlassen, aber nicht wieder zurück. Welche Einschränkungen künftig gelten sollen, erläuterte die israelische Regierung in ihrer Mitteilung nicht. Ali Schaath, Vorsitzender einer neuen palästinensischen
Fachregierung für Gaza, hatte vergangene Woche angekündigt, der Übergang solle
ab Donnerstag wieder in beide Richtungen öffnen.
Suchaktion nach Leiche der letzten Geisel
Israels Militär sucht eigenen Angaben zufolge im nördlichen
Gazastreifen nach den sterblichen Überresten der letzten verbliebenen
israelischen Geisel. Es gebe „mehrere nachrichtendienstliche
Hinweise“ auf den möglichen Aufenthaltsort.
Der Grenzübergang Rafah hätte ursprünglich in der
Anfangsphase des von US-Präsident Donald Trump vermittelten Plans zur
Beendigung des Krieges geöffnet werden sollen. Israel hatte die Wiedereröffnung
jedoch an die Bedingung geknüpft, dass alle lebenden Geiseln zurückkehren und
die Hamas sich bemüht, die Leichen aller getöteten Geiseln zu finden und zu
übergeben.
Der Grenzübergang Rafah ist seit fast einem Jahr
geschlossen. Er ist für die mehr als zwei Millionen Einwohner des Gazastreifens
praktisch die einzige Route hinaus oder hinein.
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