Spionage: Russische Botschaft in Berlin weist Spionagevorwurf zurück

Nach der Ausweisung eines russischen Diplomanten hat Russlands Botschaft in Berlin Spionagevorwürfe aus Deutschland zurückgewiesen. Es handle sich dabei um eine „dumme, eilig zusammengestrickte Provokation“, heißt es in einer Stellungnahme der Botschaft. Diese solle „vor dem Hintergrund der aktiv hochgedrehten Angstmacherei um Spione“,
die russische diplomatische Vertretung „diskreditieren“.

Das Auswärtige Amt hatte am Donnerstag den russischen Botschafter in Berlin einbestellt und ihm mitgeteilt, ein als Diplomat akkreditierter Mitarbeiter, der in Deutschland Spionage betrieben habe, sei mit sofortiger Wirkung zur Persona non grata erklärt worden. Laut Medienberichten handelt es sich um den stellvertretenden russischen Militärattaché. Wie der Spiegel schreibt, war der Diplomat Führungsoffizier der mutmaßlichen Spionin, die am Mittwoch in Berlin festgenommen worden war.

Die Deutsch-Ukrainerin sitzt in Untersuchungshaft. Die Bundesanwaltschaft wirft ihr vor, den russischen Geheimdienst mit Informationen versorgt zu haben. Sie soll – seit spätestens November 2023 – mit einem Geheimdienstmitarbeiter in der russischen Botschaft
im Kontakt gewesen sein und ihm Informationen mit Bezug zum Krieg in der
Ukraine verschafft haben. So soll sie sich unter anderem zu Standorten der
Rüstungsindustrie und geplanten Drohnenlieferungen an die Ukraine erkundigt
haben. Dabei habe sie sich auch an frühere Mitarbeiter aus dem Bereich des
Verteidigungsministeriums gewandt, die sie persönlich kannte.