Warnung vor Jobverlusten: Das fordert jener Handel zur anstehenden Tarifrunde

Was wird die Gewerkschaft fordern? Die Tarifverhandlungen im Einzelhandel beginnen im April.
Vor dem Start der Tarifrunde im deutschen Einzelhandel in diesem Frühjahr warnt der Handelsverband Deutschland vor „zu hohen Gewerkschaftsforderungen“ und verweist auf die starke Belastung der Arbeitgeber. Diese Gründe führt der HDE ins Feld.
Ifo-Umfrage
Mindestlohnerhöhung: So stark sind Handel und Modeindustrie betroffen
Zum 1. Januar 2026 steigt der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland von derzeit 12,82 auf 13,90 Euro brutto pro Stunde. Zahlreiche Unternehmen planen deshalb, Jobs abzubauen. Eine Umfrage des Ifo Instituts zeigt, welche Branchen besonders betroffen sind.
Vor dem Start der diesjährigen Tarifrunden im Einzelhandel, der für April angesetzt ist, warnt der HDE daher eindringlich davor, durch zu hohe gewerkschaftliche Lohn- und Gehaltsforderungen eine Erwartungshaltung bei den Beschäftigten zu erzeugen, die dem Realitätscheck am Ende nicht standhalte. „Der letzte Tarifabschluss hat den Beschäftigten im Einzelhandel über die Laufzeit von 2023 bis 2025 insgesamt 14% Gehaltserhöhung eingebracht und damit nachweislich auch einen satten Reallohngewinn. Damals haben wir hoch ins Regal gegriffen und das in extrem schwierigen Zeiten für die Branche“, so Haarke.
„Kaum Verteilungsspielraum“
Eine solche Tariflohnsteigerung sei in Anbetracht der aktuellen Wirtschaftslage und der steigenden Kosten für viele Arbeitgeber im Handel kaum zu schultern. „Es besteht in diesem Jahr kaum noch Verteilungsspielraum, ansonsten drohen massenhaft Jobverluste in der Branche“, sagt Haarke. Die Gewerkschaft sei nun in der Verantwortung, der Branche keinen „irreversiblen Schaden“ zuzufügen.
Positiv zu bewerten sei der aktuelle Vorstoß von DGB-Chefin Yasmin Fahimi für ein „Bündnis für Arbeit und Innovation“ der Sozialpartner im Bundeskanzleramt. „Diese Initiative zeigt ganz deutlich, dass die Gewerkschaften die Dramatik der Lage für den Wirtschaftsstandort Deutschland inzwischen auch erkannt haben.“
Nach Angaben des Handelsverbands Deutschland sind in der Branche 3,1 Millionen Menschen beschäftigt. Die Tarifrunde sei damit eine der größten in Deutschland.