NIQ Geomarketing-Studie: Kaufkraft soll 2026 um 1466 Euro steigen

Mit durchschnittlich 42.751 Euro verfügen die Einwohnerinnen und Einwohner im Landkreis Starnberg über die deutschlandweit höchste Kaufkraft.
Die Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland dürften in diesem Jahr mehr Geld im Portemonnaie haben als noch im Vorjahr. So prognostiziert die Kaufkraftstudie von NIQ Geomarketing ein Plus von 5% im Vergleich zu 2025. Damit ist die Gesamtsumme, die die Menschen hierzulande für Wohnen, Freizeit, Sparen und Modekaufen zur Verfügung haben, gestiegen.
Insgesamt beläuft sich die Kaufkraftsumme in Deutschland somit auf 2607 Mrd. Euro für das Jahr 2026. Pro Kopf stehen den Menschen hierzulande statistisch 31.193 Euro zur Verfügung. Ein starker Zuwachs im Vergleich zu den Vorjahren. „Nach moderaten Anstiegen in den vergangenen Jahren wächst die Kaufkraft der Deutschen 2026 mit 5% wieder deutlich spürbarer“, sagt Markus Frank von NIQ. Die Studie berücksichtigt zur Berechnung der Kaufkraft das nominal verfügbare Nettoeinkommen der Bevölkerung inklusive staatlicher Transferzahlungen wie Renten, Arbeitslosen- und Kindergeld. Ob und wie viel jedoch vom nominalen Wachstum real für die Ausgaben der Menschen übrigbleibt, hänge von der Entwicklung der Verbraucherpreise in diesem Jahr ab.
Große regionale Unterschiede
Jetzt schon klar ist, dass die Entwicklung der Kaufkraft innerhalb Deutschlands uneinheitlich ist. „Kreise wie Lichtenfels und Coburg profitieren etwa von einem starken Mittelstand und den höchsten Kaufkraftzuwächsen, während Städte mit Automobil- und Zuliefererstrukturen wie Wolfsburg, Baden-Baden und Ingolstadt bei der Pro-Kopf-Kaufkraft zwar wachsen, jedoch deutlich langsamer als die
anderen Kreise. Entsprechend verzeichnen sie die größten Rückgänge in
Bezug auf die Indexwerte“, erklärt Frank.
Generell zeigt sich, dass Bayern kaufkraftmäßig weiter vorn bleibt, gleichzeitig aber etwa die neuen Bundesländer aufholen. So stehen den Bayern durchschnittlich 33.666 Euro pro Kopf für ihre Ausgaben und zum Sparen zur Verfügung, womit sie knapp 8% über dem bundesweiten Durchschnitt liegen. Auf Platz 2 und 3 folgen Hamburg (33.109 Euro) und Baden-Württemberg (32.813 Euro). Schlusslicht ist – wie im Vorjahr – Bremen mit 27.172 Euro.
Zur Studie
Folglich bedeutet ein nominaler Anstieg der Kaufkraft nicht zwangsläufig, dass jedem Einzelnen real mehr Geld für den Konsum zur Verfügung steht, falls die aufgeführten Ausgaben stärker ansteigen.
Darüber hinaus ist auch zu berücksichtigen, dass die Kaufkraft einer Region ein Durchschnittswert der dort lebenden Bevölkerung ist und nichts über die Kaufkraft einzelner Individuen, die Kaufkraft je Haushalt oder über die dahinter liegende Einkommensverteilung und damit die Schere zwischen „arm“ und „reich“ aussagt.
Basis der Berechnung sind, neben der Lohn- und Einkommenssteuerstatistik, einschlägige Statistiken zur Berechnung der staatlichen Leistungen, Prognosewerte der Wirtschaftsinstitute sowie, erstmals ab diesem Release, die neuen Zensusdaten.
Schlusslicht Gelsenkirchen
Unangefochtener Spitzenreiter bei der Auswertung nach Stadt- und Landkreisen bleibt der Landkreis Starnberg. Pro Kopf verfügen die dortigen Einwohnerinnen und Einwohner über eine Kaufkraft von 42.751 Euro und haben damit mehr als ein Drittel mehr zur Verfügung als der Bundesdurchschnitt. Auf Rang 2 und 3 folgen wie im Vorjahr der Land- und Stadtkreis München, wobei sich diese kaufkrafttechnisch immer weiter annähern.
Schlusslicht ist – wie im Vorjahr – der Stadtkreis Gelsenkirchen: Dort haben die Menschen im Schnitt 24.538 Euro zur Verfügung, mehr als ein Fünftel weniger als der Durchschnittsbürger in Deutschland.
Bundesländer 2026 – Kaufkraft
Modekaufkraft 2025
2025 lag die Sortimentskaufkraft für Bekleidung und Schuhe bei 535 Euro. Insgesamt steht das Modesortiment damit für 8,6% der einzelhandelsrelevanten Gesamtausgaben. Dieser Wert gibt an, wie viel die Menschen in Deutschland für Bekleidung (436 Euro) und Schuhe (99 Euro) ausgeben können. Dass es sich bei den Werten um Durchschnittswerte handelt, zeigt sich auch bei der Auswertung nach Regionen: So ist die Sortimentskaufkraft im Landkreis München mit 590 Euro für Bekleidung fast doppelt so hoch wie im Stadtkreis Gelsenkirchen, wo sie bei 321 Euro liegt.