Global Risks Report: Sorge vor wirtschaftlichen Auseinandersetzungen ist gestiegen
Das Weltwirtschaftsforum (WEF) hat den Global Risks Report 2026 veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass die für den Bericht befragten Entscheidungsträger die Gefahr von geoökonomischen Konfrontationen kurzfristig als wahrscheinlichsten Auslöser für globale Krisen sehen. Damit sind wirtschaftliche Auseinandersetzungen zwischen Staaten gemeint, in denen etwa Sanktionen oder Strafzölle zum Einsatz kommen. Auf Platz zwei folgen bewaffnete Konflikte zwischen Staaten, auf Platz drei extreme Wetterereignisse.
Das WEF nennt US-Präsident Donald Trump zwar nicht beim Namen. Aber die Definition der geoökonomischen Konfrontationen klingt nach einer Beschreibung der US-amerikanischen Politik:
„Einschränkung von Waren, Wissen, Dienstleistungen oder Technologien mit
dem Ziel, Selbstversorgung aufzubauen, geopolitische Rivalen
einzuschränken und/oder Einflussbereiche zu konsolidieren. Dazu gehören
unter anderem: Währungsmaßnahmen, Investitionskontrollen, Sanktionen,
staatliche Beihilfen und Subventionen sowie Handelskontrollen.“
Für den Global Risks Report 2026 wurden zwischen August und September 2025 rund 1.300 Expertinnen und Experten aus Unternehmen, Wissenschaft, Regierung,
internationalen Organisationen und der Zivilgesellschaft befragt. 18 Prozent der Befragten nannten geoökonomische Konfrontationen als wahrscheinlichsten Auslöser einer Krise im Jahr 2026, 14 Prozent bewaffnete Konflikte, 8 Prozent extreme Wetterereignisse.
Langfristig Klimakrise am gefährlichsten
Bei den langfristigen Risiken, bezogen auf die nächsten zehn Jahre, schätzen die Befragten die Folgen der Klimakrise klar am gefährlichsten ein. Auf Platz eins liegen die extremen Wetterereignisse, auf Platz zwei der Verlust von Biodiversität und der Kollaps von Ökosystemen, auf Platz drei die kritische Veränderung der Erdsysteme.
Im Report für das Jahr 2025 hatten die meisten Befragten noch bewaffnete Konflikte als größtes aktuelles Risiko gesehen, gefolgt von extremen Wetterereignissen und geoökonomischer Konfrontation. Bei den langfristigen Risiken haben sich die Top drei nicht verändert.
Der Global Risks Report erscheint wenige Tage vor dem traditionellen Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums in Davos, das am 19. Januar beginnt. US-Präsident Trump hat seine Teilnahme angekündigt.