Neuer Rekord: Das Ende des Goldrausches könnte aufwärts sich warten lassen

Wenn man versucht hätte, in den 1990er-Jahren mit einem Banker über einen Goldpreis von 4600 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) zu diskutieren, hätte er einen vermutlich für verrückt gehalten. Aber es sind bewegte Zeiten. Am Montag jedenfalls hat der Preis des Edelmetalls zum ersten Mal in der Geschichte diesen Wert erreicht. Die beeindruckende Rally des vorigen Jahres scheint also noch nicht vorbei zu sein.
Es sind keine Belanglosigkeiten, die den Goldpreis abermals haben steigen lassen: Die Investoren an den Finanzmärkten ängstigen sich wegen der Ereignisse in Iran und sorgen sich um die Unabhängigkeit der amerikanischen Notenbank.
Trump hatte am Wochenende orakelt, er erwäge verschiedene Optionen im Hinblick auf Iran. Gleichzeitig bekräftigte er Drohungen, Grönland zu übernehmen, und stellte den Wert der NATO infrage. Zudem ist die amerikanische Notenbank Fed vom US-Justizministerium unter Androhung einer strafrechtlichen Anklage zur Herausgabe von Unterlagen verpflichtet worden. Fed-Chef Powell stellte das in den Kontext der Bemühungen der Regierung, die Zinsentscheidungen der Fed zu beeinflussen. Das trieb den Goldpreis.
Dabei hatten viele Goldfachleute zuletzt gewarnt, so langsam könnte der Preis auch mal wieder fallen. Allerdings hatten sie immer eine Ausnahme gemacht: Wenn die Unabhängigkeit der amerikanischen Notenbank stärker infrage geriete – dann werde Gold noch teurer.
Source: faz.net