Iranisches Regime mobilisiert Zehntausende Gegendemonstranten

Sendungsbild einer Gegen-Demonstration der Regimes in Teheran, Iran

Stand: 12.01.2026 15:15 Uhr

Seit rund zwei Wochen dauern die Proteste gegen die Führung im Iran an. Nun hat das Mullah-Regime seine Anhänger mobilisiert. Das Staatsfernsehen zeigte Bilder einer Großdemo in Teheran.

Nach den Massenprotesten im Iran hat die Staatsführung Zehntausende ihrer Unterstützer mobilisiert. Bilder im staatlichen Fernsehen zeigten, wie sich eine große Menschenmenge auf dem Enghelab-Platz im Zentrum Teherans versammelte – auch bekannt als Platz der Islamischen Revolution.

Unabhängig überprüfen lassen sich diese Angaben nicht. Im Iran gibt es keine Pressefreiheit. In dem Bericht war die Rede von einem „iranischen Aufstand gegen amerikanisch-zionistischen Terrorismus“. Medienberichten zufolge fanden ähnliche Kundgebungen auch in anderen iranischen Städten statt.

„Situation vollständig unter Kontrolle“

Zuvor hatte Präsident Peseschkian vor neuen „Unruhen“ gewarnt. Es könne nicht zugelassen werden, dass „Aufrührer die Gesellschaft destabilisieren“, sagte er in einem Fernsehinterview. Sein Außenminister Abbas Araghchi erklärte, die Situation sei landesweit „vollständig unter Kontrolle“. Was genau er damit meint, teilte er nicht mit. Araghchi bezeichnete die eskalierende Gewalt bei den Protesten als Ausrede für eine US-Intervention. Die Demonstrationen seien „gewaltsam und blutig“ geworden, um US-Präsident Donald Trump einen Vorwand zu liefern, einzugreifen.

Bald wieder Internet?

Nach fast viertägiger Internetsperre äußerte sich die Regierung in Teheran erstmals zu einer möglichen Aufhebung der Blockade. Araghchi habe das Thema bei einem Treffen mit Diplomaten angesprochen, hieß es vom Außenamt. Ob, wann und unter welchen Umständen die Netzsperre wieder aufgehoben werden könnte, ist aber unklar.

Möglicherweise kommt auch Unterstützung aus den USA. Präsident Trump erwägt nach eigenen Angaben, die Demonstranten im Iran mit Satelliteninternet zu versorgen. Er wolle sich dazu mit Tech-Milliardär Elon Musk kurzschließen, dessen Firma SpaceX den Dienst Starlink betreibt.

Zugleich gibt es Hinweise auf neue Kontakte zwischen Washington und Teheran. Nachdem Trump der iranischen Führung zuletzt gedroht hatte, könnte es nun doch zu Gesprächen kommen. Man werde sich möglicherweise mit Vertretern Teherans treffen, sagte Trump an Bord der Air Force One vor Journalisten. Angesichts dessen, was im Iran passiere, müssten die USA allerdings vielleicht auch vorher handeln, so der Präsident weiter. Aus dem Weißen Haus hatte es zuvor geheißen, man ziehe sowohl Cyberangriffe als auch militärische Angriffe durch die USA oder Israel in Betracht.

Keine zuverlässigen Informationen aus dem Iran

Im Iran gibt es durch die Internetsperre bisher keine zuverlässigen Angaben darüber, wie viele Demonstranten bisher ums Leben gekommen sind. Aktivisten berichten teilweise von mehr als 500 Opfern und noch höheren Dunkelziffern. Hunderte Menschen seien außerdem festgenommen worden.

Source: tagesschau.de