Indien: Kanzler Friedrich Merz ist in Indien eingetroffen
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ist zum Auftakt seiner zweitägigen Indien-Reise von Ministerpräsident Narendra Modi in dessen Heimatregion empfangen worden. Dass Modi den Kanzler in seiner Heimat empfängt, wird als Zeichen der besonderen Wertschätzung angesehen. Als erstes besuchten die Politiker eine frühe Wirkungsstätte des Nationalhelden Mahatma Gandhi in der Millionenmetropole Ahmedabad.
Danach fuhren Merz und Modi zum traditionellen Drachenfestival, welches den Übergang vom Winter- zum Sommerhalbjahr markiert. Danach beginnen die politischen Gespräche. Bei denen soll es um den Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen gehen, die Rüstungskooperationen sowie Russland. Indien pflegt enge Beziehungen sowohl zu westlichen Partnern als auch zu Russland.
Deutschland will Indiens Abhängigkeit von Russland minimieren
Erst im Dezember besuchte der russische Präsident Wladimir Putin Indien. Modi begrüßte Putin am Flughafen mit einer innigen Umarmung. Indien bezieht einen Großteil seines Öls aus Russland, das wiederum die Einnahmen in den Angriffskrieg gegen die Ukraine steckt.
Indien hat die russische Invasion, anders als die meisten Länder in der UN-Vollversammlung, nicht verurteilt. Andererseits könnte Modi mit seiner Beziehung zu Putin an den diplomatischen Bemühungen um ein Kriegsende mitwirken. Darüber könnte Merz mit Modi sprechen.
Bei Merz’ Indien-Reise geht es auch um eine Vertiefung der Zusammenarbeit der beiden Länder. Vor allem im Rüstungsbereich möchte man enger kooperieren. Ein Vorzeigeprojekt dürfte der Bau von sechs U-Booten durch Thyssenkrupp Marine Systems auf einer Werft im indischen Mumbai werden. Das Geschäft über acht Milliarden Euro steht kurz vor dem Abschluss. Damit und mit weiteren Rüstungsdeals will Deutschland so auch die Abhängigkeit Indiens von russischen Rüstungslieferungen lösen.