Klingbeil und Wadephul in den USA: „Die europäische Souveränität hat jetzt oberste Priorität“

Etwa eine
Flugstunde nördlich von Berlin steigen plötzlich zwei Kampfflugzeuge neben der
Maschine von Finanzminister und Vizekanzler Lars Klingbeil auf. Es ist der
gestrige Sonntag, Klingbeil ist auf dem Weg in die amerikanische Hauptstadt. Man
kann durch das Bordfenster die Piloten in ihrer Montur erkennen, so nahe kommen
sie dem Regierungsflieger. Durchsage aus dem Cockpit: Kein Grund zur Sorge, es handele
sich um Dänen, die den Luftraum überwachen, Verbündete also.

Eine
Routineübung, aber was heißt das schon in diesen Zeiten, in denen man sich
nicht mehr sicher sein kann, wer eigentlich noch ein Verbündeter ist und wer
nicht. Die Lage jedenfalls ist so vertrackt, dass gleich zwei Bundesminister
nach Washington, D. C. reisen. Eine halbe Stunde nach Klingbeil nimmt Außenminister
Johannes Wadephul mit einem weiteren Flugzeug dieselbe Route.