Lateinamerika: Nicaragua reagiert hinaus US-Forderung und lässt Gefangene ohne Beschränkung

Nach ‌einer Forderung
der USA sind in Nicaragua nach Angaben der Regierung dutzende Gefangene aus Gefängnissen entlassen worden. Das teilte die Regierung von Präsident Daniel ‍Ortega. ‌Eine genaue Zahl der Entlassenen oder die
Gründe für ⁠ihre Inhaftierung wurden ​nicht. Einen Tag zuvor hatte die US-Botschaft in Nicaragua das Land zur Freilassung von mehr als 60 politischen Gefangenen aufgerufen. Dabei verwiesen die USA auf Venezuela, wo in der vergangenen Woche Oppositionelle aus Gefängnissen entlassen wurden.

Wie die Oppositionsführerin Ana Margarita Vijil der
Nachrichtenagentur Reuters bestätigte, wurden in Nicaragua – wie von den USA gefordert – politische Gefangene freigelassen. Unter ihnen seien der ehemalige
Bürgermeister Oscar Gadea und der Pastor Rudy Palacios. Über die Zahl der Entlassenen konnte auch Vijil keine Angaben machen.

Weitere Festnahmen nach Maduros Gefangennahme

Der linksgerichtete nicaraguanische Präsident
Daniel Ortega und seine Stellvertreterin Rosario Murillo gelten als enge
Verbündete Maduros, der Anfang Januar bei einer
US-Militäraktion in Venezuela gefangen genommen und in die USA gebracht
worden war.

Seither sollen mindestens 60 Menschen in Nicaragua festgenommen worden sein, weil sie angeblich die Gefangennahme von Maduro gefeiert oder begrüßt haben sollen. Das geht aus Medienberichten und Angaben der Menschenrechtsgruppe Blue and White Monitoring hervor. 

Die Festnahmen erfolgen demnach ohne vorliegenden
Haftbefehl und ausschließlich auf Grundlage von Meinungsäußerungen in
Onlinediensten und im privaten Kreis. Ob einige diese Festnahmen im Rahmen der nun erfolgten Freilassungen wieder aufgehoben wurden, ist derzeit noch unklar.