Patente: Bayer verklagt Biontech und Pfizer wegen Corona-Impfstoffen

Der Agrar- und Pharmakonzern Bayer hat die Corona-Impfstoffhersteller Pfizer, Biontech und Moderna wegen möglicher Verletzung von Patenten bei ihren mRNA-Vakzinen verklagt. Ein Bayer-Sprecher bestätigte am Dienstag entsprechende Klagen bei einem Bundesgericht in Delaware. Dem Vorwurf zufolge sollen die Hersteller eine Technologie kopiert haben, die die Bayer-Tochtergesellschaft Monsanto bereits in den 1980er-Jahren zum Patent angemeldet hatte. Dabei geht es um ein Verfahren zur Stabilisierung des genetischen Materials mRNA, das Monsanto ursprünglich für die Entwicklung widerstandsfähigerer Nutzpflanzen einsetzte.

Bayer reichte zudem eine ähnliche Klage gegen den US-Konzern Johnson & Johnson bei einem Bundesgericht in New ⁠Jersey ein. Bayer fordert Schadenersatz in ​nicht genannter Höhe. Ein Verkaufsverbot für die Impfstoffe werde jedoch nicht angestrebt, teilte Bayer mit. Das ⁠Unternehmen war nicht an der Entwicklung von Covid-Impfstoffen beteiligt und stellt auch keine ‍her.

Die Klagen ‍reihen sich in eine Serie von Streitigkeiten über Patente um die erfolgreichen Corona-Impfstoffe ein. So hatte Moderna bereits 2022 eine Klage gegen Pfizer eingereicht. Pfizer und Biontech ⁠erzielten 2024 mit ihrem Impfstoff Comirnaty einen weltweiten Umsatz von mehr als
3,3 Milliarden Dollar. Moderna
erlöste mit Spikevax 3,2 Milliarden ‌Dollar. Dies ist jedoch nur ein Bruchteil der ‍Umsätze auf dem Höhepunkt der Pandemie. Johnson & Johnson hatte den Verkauf seines Covid-Impfstoffs ‍in den USA 2023 eingestellt.