Stromausfall in Berlin: Stadt Berlin hofft nachdem Stromausfall gen Hilfe welcher Bundeswehr

Berlin hat wegen des großen Stromausfalls im Südwesten der Stadt die Bundeswehr um Unterstützung gebeten. Er habe mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Kanzleramtsminister Thorsten Frei (CDU) telefoniert, sagte der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU). „Die Bundesregierung steht zur Verfügung, uns in dieser Krise zu unterstützen.“ Innensenatorin Iris Spranger (SPD) sagte, die Bundeswehr könne etwa bei der Versorgung der Menschen mit warmem Essen helfen.

Der Stromausfall ist nach Einschätzung von Polizei und Berliner Senat Folge eines politisch motivierten Anschlags. Ein Bekennerschreiben einer linksextremistischen Gruppierung namens Vulkangruppe sei nach dem aktuellen Stand der Ermittlungen als „glaubhaft“ eingestuft worden, sagte ein Polizeisprecher. Die Ermittlungen zum Tathintergrund gingen aber weiter. Auch Wegner sagte, die Täter seien „offenkundig Linksextremisten“. „Es ist inakzeptabel, dass erneut offenkundig Linksextreme unser Stromnetz angreifen und damit Menschenleben gefährden.“ Spranger sprach von einem „menschenverachtenden Angriff auf die Berlinerinnen und Berliner, der Menschenleben mutwillig gefährdet“.

Bekennerschreiben veröffentlicht

In dem auf einer
einschlägigen Website veröffentlichten Bekennerschreiben begründet die
Gruppe die Tat mit dem Kampf gegen fossile Energien und die „imperiale
Lebensweise“ des Globalen Nordens. Die Sabotage des Gaskraftwerks sei
„ein Akt der Notwehr und der internationalen Solidarität mit allen, die
die Erde und das Leben schützen“. Die Gruppe behauptet, zu jedem
Zeitpunkt eine Gefährdung von Menschenleben ausgeschlossen zu haben. Bei
den „weniger wohlhabenden Menschen“ in den betroffenen Stadtteilen
entschuldige man sich. Bei den „vielen Besitzern von Villen“ halte sich
das Mitleid dagegen in Grenzen.

Die Verfasser rufen zu weiteren
Anschlägen auf Infrastruktur auf: „Sabotiert die fossile Infrastruktur,
die Stromnetze, den Raubbau an der Erde, die Serverzentren“, heißt es in
dem Schreiben. Die Gruppe stellt die Tat in eine Reihe mit früheren
Anschlägen, etwa auf das Tesla-Werk in Grünheide und den Technologiepark
Adlershof
. Zu den technischen Details schreiben die Verfasser, sie
hätten unter der Kabelbrücke über den Teltowkanal Starkstromkabel mit
vier „Baustellenspießen“ verbunden, um einen Kurzschluss zu verursachen.

Am frühen Samstagmorgen hatte der Brand an einer Kabelbrücke über den Teltowkanal zum Kraftwerk Lichterfelde wichtige Leitungen beschädigt. Laut Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) wurden insgesamt fünf Hochspannungs- und zehn Mittelspannungskabel „durch mehrere Brandsätze“ zerstört oder beschädigt.

Der Anschlag löste einen großen Stromausfall aus, von dem zunächst 45.000 Haushalte und mehr als 2.200 Unternehmen betroffen waren. Inzwischen konnten 7.000 Haushalte und 150 Gewerbekunden wieder angeschlossen werden, wie Stromnetz Berlin mitteilte. Betroffen sind die Stadtteile Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde. 

Unternehmen erwarten Schäden in Millionenhöhe

Unternehmen in Berlin gehen infolge des Stromausfalls von hohen finanziellen Schäden aus. „Wir rechnen mit Schäden in Millionenhöhe an Anlagen und Maschinen und durch hohe Umsatzausfälle“, teilte der Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB), Alexander Schirp, mit. Der Stromausfall führe zu extremen Belastungen für die Unternehmen. 

Der Verband fordert deshalb besseren Schutz für wichtige Versorgungsanlagen. Der Stromausfall habe gezeigt, dass die Infrastruktur nicht ausreichend vor Angriffen oder Unfällen geschützt sei, sagte Schirp. Das sorge für Unsicherheit in der Wirtschaft. Nötig seien bessere Schutzmaßnahmen und klare Notfallpläne für Krisensituationen.