Proteste im Iran: Iran schränkt Internet wegen regierungskritischer Proteste ein

Der Iran hat wegen einer neuen Welle regierungskritischer Proteste das Internet eingeschränkt. Daten des IT-Unternehmens Cloudflare zeigten am Samstag zeitweise einen Einbruch des Web-Traffics um etwa ein Drittel. Am Morgen war das Volumen knapp 15 Prozent niedriger als üblich. In sozialen Medien berichteten viele Iranerinnen und Iraner von erheblichen Störungen.

Der Iran hatte das Internet auch bei vergangenen Massenprotesten eingeschränkt, etwa 2009, 2019 und 2022. Ebenso geschah dies während der Angriffe des israelischen Militärs im Juni vergangenen Jahres. Zeitweise schaltete die Regierung das Internet komplett ab, nur ausgewählte iranische Webseiten blieben zugänglich.

Am Samstag waren nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen mindestens vier weitere Menschen bei Protesten getötet worden. Mitglieder der Revolutionsgarden hätten in Malekschahi im Westen des Landes auf Demonstranten geschossen und dabei mindestens vier kurdische Iraner getötet, berichtete die Menschenrechtsgruppe Hengaw. Zahlreiche weitere Menschen seien verletzt worden. Auch die in Norwegen ansässige Organisation Iran Human Rights meldete mindestens vier Tote und 30 Verletzte, die von Sicherheitskräften attackiert worden seien. Die landesweiten Proteste dauern inzwischen seit gut einer Woche an. Eine Wirtschaftskrise und sehr hohe Inflation hatten sie ausgelöst.

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