Iran: Regierungskritische Demonstrationen im Iran möglich sein weiter

Die Proteste gegen die iranische
Staatsführung
sind Berichten zufolge in die Hauptstadt und
Millionenmetropole Teheran zurückgekehrt. In dem südlichen Stadtviertel
Nasi Abad kam es zu Ausschreitungen, wie Aktivisten und Nutzer in den
sozialen Medien berichteten. Auf Videos im Netz war zu sehen, wie
Menschen durch die Straßen zogen und Slogans gegen die Führung der
Islamischen Republik riefen. Bilder zeigten vereinzelt brennende
Müllcontainer. Die Echtheit der Aufnahmen ließ sich zunächst nicht
verifizieren.

Unterdessen rief Reza Pahlavi, Sohn des 1979
gestürzten Schahs, zu Protesten in der Hauptstadt auf. In einem Post auf
der Plattform X forderte er eine „millionenfache Präsenz“ der Menschen
in Teheran und die „Errichtung von Straßensperren auf Schlüsselachsen
und Hauptverkehrsstraßen“. 

Pahlavi lebt im Exil. Wie viel Einfluss er auf die Proteste hat, ist unklar. Irans Opposition im Ausland gilt als zerstritten und zersplittert.

In anderen Landesteilen gingen die Proteste
Berichten zufolge weiter. Auch die staatliche Nachrichtenagentur Irna
berichtete über Demonstrationen unter anderem in Ghom, Marwdascht,
Maschhad und Hamedan. Zuletzt war es vor allem auf dem Land zu Ausschreitungen und Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und
Demonstranten gekommen. Mindestens zehn Menschen kamen laut
Menschenrechtsaktivisten bisher ums Leben.

Iran warnt die USA vor Eingreifen

Der iranische
Außenminister Abbas Araghtschi kritisierte am Freitag Äußerungen von
US-Präsident Donald Trump
als „leichtfertig und gefährlich“, wonach die
USA zum Schutz der Demonstranten im Iran intervenieren könnten.

„Wenn der Iran
auf friedliche Demonstranten schießt und sie gewaltsam tötet, wie er es
üblicherweise tut, werden die Vereinigten Staaten ihnen zu Hilfe
kommen“, hatte Trump in seinem Onlinedienst Truth Social geschrieben. 

Irans
Sicherheitschef Ali Laridschani teilte daraufhin mit, Trump solle „auf
seine Soldaten achtgeben“. Jegliche Einmischung der USA würde „die
gesamte Region destabilisieren und Amerikas Interessen zerstören“,
warnte er. Ein Berater des obersten geistlichen Führers Ajatollah Ali
Chamenei, Ali Schamchani, betonte, jegliches Eingreifen der USA werde
eine entsprechende Reaktion auslösen. Die Sicherheit des Landes sei eine
„rote Linie“, die nicht überschritten werden dürfe.

Im Iran gibt es
seit Tagen Proteste gegen die hohen Lebenshaltungskosten und die
schlechte Wirtschaftslage. Zunächst demonstrierten vor allem Händler,
inzwischen schlossen sich auch zahlreiche Studierende der
Protestbewegung an. Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen in mehreren
Städten wurden am Donnerstag mindestens fünf Demonstrierende sowie ein
Mitglied der Sicherheitskräfte getötet
.