Zwei Deutsche von mutmaßlichen Hausbesetzern in Spanien totgeprügelt – Verdächtige festgenommen

Drei Männer aus Deutschland wollen in der Region Valencia laut Berichten auf eigene Faust zwei Hausbesetzer aus der Villa eines deutschen Eigentümers vertreiben. Dann eskaliert die Situation.

An der malerischen Costa Blanca kam es zu einem brutalen Doppelmord an zwei Deutschen. Die mutmaßlichen Täter – laut Medienberichten zwei polnische Hausbesetzer – sollen sich anschließend in dem kleinen spanischen Ferienort La Marina in Elche unweit von Alicante im Osten des Landes über Stunden in einem Haus verschanzt haben. Die Guardia Civil nahm die Verdächtigen nach einem groß angelegten Polizeieinsatz fest.

Ein weiterer Deutscher soll sich in ernstem Zustand im Krankenhaus befinden. Laut der Gerichtsmedizin starben die beiden anderen Männer durch ein Polytraumata. Über den Fall berichteten unter anderem die spanische Zeitung „El Periódico“ und das Portal „Euronews“. Demnach wurden die zwei toten Männer sowie ein dritter Mann mit schweren Verletzungen am Montagabend von Anwohnern an einer Straße in einer Wohnsiedlung entdeckt, die überwiegend von Ausländern bewohnt wird. Zeugen sollen die Behörden alarmiert haben, nachdem sie beobachtet hätten, wie mehrere Personen versucht hätten, die leblosen Körper in ein am Straßenrand geparktes Fahrzeug zu laden.

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Die eintreffenden Beamten fanden schließlich die beiden völlig entstellten und blutüberströmten Leichen sowie den übel zugerichteten Verletzten vor. Nachdem sie unterbrochen wurden, hatten sich die mutmaßlichen Täter, zwei vorbestrafte Polen, stundenlang in einem großen Haus verschanzt. Laut der spanischen Zeitung „El Pais“ soll es sich um eine Villa handeln.

Eine Spezialeinheit der Guardia Civil, die auf Hochrisikooperationen und Geiselbefreiungen spezialisiert ist, sperrte den Bereich weiträumig ab und verhandelte unter anderem mit einem polnischen Dolmetscher die ganze Nacht mit den Verdächtigen, ehe sie nach 20-stündiger Belagerung am Dienstag gegen 14 Uhr festgenommen werden konnten.

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Tatwerkzeuge sollen Stöcke und Schläge gewesen sein, die „mit extremer Gewalt“ eingesetzt worden sein sollen. Die Polizei geht deshalb nicht davon aus, dass es sich um eine geplante Tat von Profis handelt. Stattdessen verdichten sich die Hinweise, dass eine Hausbesetzung der Auslöser für die brutale Tat gewesen sein könnte.

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Laut den Ermittlern begaben sich die drei Opfer zu dem Anwesen eines deutschen Freundes, um die beiden mutmaßlichen Mörder, die dort illegal gewohnt hatten, zu vertreiben. Hausbesetzer, in Spanien bekannt als „Okupas“, besetzen häufig illegal fremdes Eigentum, oft leer stehende Ferienhäuser, was zu langwierigen rechtlichen Verfahren führt. In diesem Fall nahmen mutmaßlich der Hauseigentümer und die Opfer die Räumung der Villa privat in die Hand – mit katastrophalem Ausgang.

dpa/saha

Source: welt.de