Staatsanwaltschaft reicht Mordanklage gegen Rob Reiners Sohn Nick ein

Der Mordverdächtige bleibt einem Gerichtstermin fern. Die Staatsanwaltschaft reicht Klage gegen den 32-Jährigen ein.

Die Staatsanwaltschaft hat nach dem gewaltsamen Tod von Hollywood-Regisseur Rob Reiner und seiner Frau Klage gegen deren gemeinsamen Sohn Nick Reiner wegen zweifachen Mordes eingereicht. Dies teilte Staatsanwalt Nathan Hochman am Dienstag (Ortszeit) auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Polizeichef von Los Angeles, Jim McDonnell, mit. Der Verlust des Ehepaars sei mehr als tragisch, sagte Hochman und man werde alles daransetzen, den „Mörder vor Gericht zu bringen“. Zudem werde dem Beschuldigten der Einsatz einer gefährlichen Waffe vorgeworfen. Ob in dem Fall die Todesstrafe beantragt werde, sei noch nicht entschieden, fügte Hochman hinzu.

McDonnell sagte: „Dieser Fall ist herzzerreißend und zutiefst persönlich, nicht nur für die Familie Reiner und ihre Angehörigen, sondern für unsere gesamte Stadt. Wir werden die Familie Reiner weiterhin unterstützen und sicherstellen, dass jeder Schritt mit Sorgfalt, Würde und Entschlossenheit unternommen wird.“ Vertreter der Familie äußerten sich zunächst nicht.

Angeklagter nicht bei Gerichtstermin

Rob Reiner und seine Frau Michele Singer Reiner waren am Sonntagnachmittag (Ortszeit) tot in ihrem Haus in Los Angeles gefunden worden. Ein Polizeivertreter sagte der AP, Ermittler gingen davon aus, dass der 78-jährige Reiner und seine 68-jährige Frau an Stichverletzungen gestorben seien. Wenige Stunden später wurde Nick Reiner als Tatverdächtiger festgenommen. Er hatte in der Vergangenheit immer wieder über seine Suchtprobleme gesprochen. Mit 18 Jahren war er bereits mehrfach in Behandlung gewesen, zeitweise lebte er auf der Straße und erlitt Rückfälle.

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Nick Reiner sollte am Dienstag vor Gericht erscheinen, kam aber nicht zu dem Termin. Der Grund dafür sei medizinischer Natur, sagte Nick Reiners Anwalt Alan Jackson vor dem Gerichtsgebäude. Nähere Einzelheiten wisse er nicht.

Vater und Sohn thematisierten ihr Verhältnis im Film „Being Charlie“

Rob und Nick Reiner haben ihre schwierige Beziehung und Nick Reiners Kampf gegen die Drogen in dem halbautobiografischen Film „Being Charlie“ aus dem Jahr 2016 thematisiert. Nick Reiner war Co-Autor und Rob Reiner Regisseur des Films über die Probleme eines drogenabhängigen Sohnes und seines berühmten Vaters. „Es hat uns gezwungen, uns selbst besser zu verstehen als zuvor“, sagte Rob Reiner 2016 der AP. „Während wir den Film drehten, sagte ich zu Nick: “Weißt du, es ist egal, was mit diesem Film passiert, wir haben bereits gewonnen.„“

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Rob Reiner gehörte seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Regisseuren Hollywoods. Zu seinen Werken zählten unter anderem Klassiker der 1980er und 1990er Jahre wie „Eine Frage der Ehre“, „Harry und Sally“ und „Die Braut des Prinzen“. Seine Rolle als Meathead in Norman Lears Fernsehklassiker „All in the Family“ aus den 1970er Jahren machte ihn berühmt und brachte ihm zwei Emmy Awards ein.

dpa/jac

Source: welt.de