Friedrich Merz: Der Kanzler begeistert die CSU

„Wir sind froh, dass wir dich haben“,
sagt Markus Söder zu Friedrich Merz – und der Jubel der Christsozialen ist
groß. Samstagmittag beim CSU-Parteitag in München, der Kanzler ist zu Gast.
Zwischen Krisentelefonaten und Vorbereitungen eines möglicherweise
entscheidenden Ukraine-Friedengipfels 
in Berlin nimmt Merz sich bemerkenswert
viel Zeit für seine Schwesterpartei: Er hält eine Grundsatzrede, sie dauert
mehr als eine Stunde lang. Die CSU-Delegierten danken es ihm mit stehenden
Ovationen und donnerndem Applaus.  

Kein Vergleich zum müden
Beifall und mauen Ergebnis, das Söder am Vorabend bei seiner Wiederwahl
zum Parteichef bekam
.
Für Söders Ego muss der nun als Stargast gefeierte Merz ein weiterer herber
Schlag sein. Doch der bayerische Ministerpräsident bleibt tapfer: Als er nach
Merz‘ Rede auf die Bühne kommt, um dem Kanzler zum Dank die Hand zu schütteln,
tritt er sogar einen Schritt zurück in die zweite Reihe. Keine Kumpelei, kein
flotter Spruch auf Kosten des CDU-Vorsitzenden, den sich Söder sonst gerne mal
erlaubt. Der CSU-Chef hat sich selbst erkennbar Demut verordnet. Merz darf die
Bühne – und die Meriten – ausnahmsweise mal ganz für sich haben.