Marktbericht: Deutscher Aktienindex-Erholung stagniert zum Wochenstart

Weihnachtlich dekorierte Börse in Frankfurt.


marktbericht

Stand: 08.12.2025 10:53 Uhr

Nach einer zweiwöchigen Erholung am Deutschen Aktienmarkt startet der DAX kaum verändert in die neue Woche. Anleger warten auf die nächste Zinsentscheidung der US-Notenbank am Mittwoch.

Immerhin bleibt der Deutsche Leitindex zum Handelsstart über der Marke von 24.000 Punkten, die er vergangene Woche zurückerobert hatte. Mit einem minimalen Plus von 0,1 Prozent pendelt der DAX bei 24.044 Zählern in die neue Börsenwoche. Seit dem Tief vom November bei unter 23.000 Zählern hatte sich das deutsche Börsenbarometer um viereinhalb Prozent nach oben gearbeitet. Die Frage vieler Anlegerinnen und Anleger ist nun schon seit Wochen: Kommt die Jahresendrallye oder kommt sie nicht?

Wie so oft richten sich auch in dieser Woche die Blicke an den Finanzmärkten auf die Wall Street – und vor allem auf die US-Notenbank Federal Reserve (Fed). Denn am Mittwochabend wird die Fed ihre Leitzinsentscheidung veröffentlichen. Die Marktteilnehmerinnen und Marktteilnehmer hoffen auf sinkende Zinsen. Fallende Leitzinsen könnten den Aktienmärkten weiter Auftrieb geben, lautet die Hoffnung der Investoren.

„Eine Zinssenkung gilt inzwischen als zu 90 Prozent eingepreist, kaum jemand zweifelt noch daran“, schreibt Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar von RoboMarkets. Entscheidend sei daher weniger der tatsächliche Schritt als vielmehr der Ausblick auf das Jahr 2026. Drei weitere Zinssenkungen um jeweils 25 Basispunkte sehen die Märkte derzeit voraus.

„Niemand wird am Mittwoch überrascht sein, wenn die Fed die Zinsen senkt“, schreibt Chefmarktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank. Die Fed müsse es schaffen, den Märkten die Hoffnung auf weitere Zinssenkungen im Jahr 2026 nicht gänzlich zu nehmen.

Marktanalyst Maximilian Wienke von der Handelsplattform eToro sieht die Fed vor einem schwierigen Balanceakt. „Die Fed jongliert derzeit mit mehreren Risiken gleichzeitig,“ schreibt er. Die Meinungen innerhalb der Notenbank gingen so weit auseinander wie selten zuvor.

Am deutschen Aktienmarkt will nach Ansicht von Stanzl noch keine richtige Stimmung für eine Jahresendrally aufkommen. „Die Skepsis der Anleger könnte ein Hinweis darauf sein, dass die Kursrally noch nicht zu Ende ist.“ Der DAX klettere an einer „Wand des Zweifels“ nach oben. Die Anlegerinnen und Anleger scheinen sich nur widerwillig wieder zurück auf das Parkett zu trauen.

Auch Thomas Altmann, Portfoliomanager bei QC Partners, bleibt skeptisch: „Sobald die Kurse steigen, werden Anlegerinnen und Anleger vorsichtiger. Große neue Risiken will aktuell kaum jemand eingehen.“

Gute Nachrichten gibt es aus der deutschen Wirtschaft: Im Oktober haben die Unternehmen aus den Bereichen Bau, Energieversorger und Industrie ihre Produktion überraschend kräftig hochgefahren. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts hat das produzierende Gewerbe im Oktober 1,8 Prozent mehr hergestellt als im Vormonat. Die Statistiker führen das insbesondere auf den Anstieg der Bauproduktion zurück.

Schaut man auf den etwas weniger volatilen Zeitraum von drei Monaten, so war die Produktion von August bis Oktober 2025 um 1,5 Prozent niedriger als in den drei Monaten zuvor. Nach Ansicht der Commerzbank-Analysten sei mit den Oktoberzahlen gerade einmal die Delle aus dem Sommer ausgebügelt.

Unter den Einzelwerten im DAX setzt sich die Bayer-Aktie nach einer Analystenempfehlung an die Spitze. Bereits in der vergangenen Woche waren die Papiere der Leverkusener im Fokus der Anlegerinenn und Anleger. Grund war eine Meldung, wonach die US-Regierung den dritten Anlauf von Bayer unterstütze, den Rechtstreit um Glyphosat vom Obersten Gerichtshof der USA verhandeln zu lassen. Das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel hat dem Konzern eine Klagewelle eingebracht und bereits mehre Milliarden gekostet.

Source: tagesschau.de