Marktbericht: Deutscher Aktienindex zieht weiter nachher oben

Blick in den Handelssaal der Börse in Frankfurt am Main.


marktbericht

Stand: 26.11.2025 16:08 Uhr

Der DAX setzt seine Erholungsbewegung zur Wochenmitte fort. Rückenwind für die Kurse kommt von neuen Zinshoffnungen. Auch die Friedensbemühungen im Ukraine-Krieg wecken Zuversicht.

„Don’t fight the Fed“ – diese bewährte Börsenregel, die besagt, dass man sich nicht gegen die Leitzinserwartungen des Marktes stemmen sollte, trägt auch zur Wochenmitte. Angesichts neu entfachter Hoffnungen, dass die US-Notenbank Federal Reserve im Dezember den Leitzins erneut senkt, entfernt sich der DAX weiter von seinen Tiefstständen des jüngsten Einbruchs.

Am vergangenen Freitag hatte der deutsche Leitindex seinen jüngsten Tiefststand bei 22.943 Punkten erreicht. Zur Stunde gewinnt der deutsche Leitindex 0,6 Prozent auf 23.609 Punkte. Gestern hatte der DAX bereits 1,0 Prozent hinzugewonnen.

Nach dem Kursrutsch der Vorwoche haben sich auch die technischen Perspektiven am deutschen Aktienmarkt wieder deutlich aufgehellt. Mit der Rückeroberung der Schlüsselzone aus der für den langfristigen Trend wichtigen 200-Tage-Linie (aktuell bei 23.477 Punkten) und der oberen Begrenzung der Abwärtskurslücke von vergangener Woche (23.530 Zähler) sendet der DAX klar positive Signale.

Auch die New Yorker Börsen sind zuversichtlich in den Handelstag gestartet. Der Dow-Jones-Index startete um knapp ein halbes Prozent höher, während der Technologieindex Nasdaq 100 zunächst 0,7 Prozent gewann.

Die US-Konjunkturdaten des Tages haben die Zinssenkungshoffnungen kaum getrübt. So haben die Aufträge für langlebige Wirtschaftsgüter – von Haushaltsgeräten bis hin zu Flugzeugen – im September überraschend deutlich um 0,5 Prozent zum Vormonat zugelegt. Auch die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stiegen in der abgelaufenen Woche nicht so stark wie erwartet. Hier wurden 216.000 Neuanträge gemeldet, 9.000 weniger als von Ökonomen vorausgesagt und 6.000 weniger als in der Woche davor.

Zuvor hatten schwächere Konjunkturdaten die Zinshoffnungen wieder befeuert. Sowohl die Daten zu den Einzelhandelsumsätzen als auch zum Verbrauchervertrauen waren schwächer ausgefallen als erwartet.

Laut dem Fed Watch Tool der CME Group rechnen mittlerweile knapp 83 Prozent der Marktteilnehmer mit einer Zinssenkung um 0,25 Prozentpunkte auf der nächsten Sitzung der US-Notenbank am 10. Dezember. Zum Vergleich: Vor einer Woche waren es nur gut 50 Prozent gewesen.

Euro profitiert von Dollar-Schwäche

Die zunehmenden US-Zinssenkungshoffnungen schwächen unterdessen den Dollar – parallel dazu setzt der Euro seine Erholung mit leichten Gewinnen fort. Die europäische Gemeinschaftswährung kostet am Nachmittag 1,1570 Dollar, nachdem sie am Freitag noch unter die Marke von 1,15 Dollar gerutscht war.

Im weiteren Tagesverlauf könnte noch der Konjunkturbericht der Fed, das Beige Book, für Impulse sorgen.

Die Ölpreise geben nach einer zwischenzeitlichen Stabilisierung weiter nach. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostet aktuell 61,62 Dollar und damit rund 0,5 Prozent weniger als gestern. Am Dienstag hatten Anzeichen für einen möglichen Friedensplan zwischen der Ukraine und Russland die Preise am Ölmarkt auf ein Fünf-Wochen-Tief gedrückt.

Im DAX stehen die Banken angesichts der neuen Zinshoffnung im Fokus. Stärkster DAX-Titel ist die Commerzbank mit einem Plus von mehr als vier Prozent.

Apple wird nach Berechnungen von Marktforschern in diesem Jahr Samsung vom Spitzenplatz beim Smartphone-Absatz verdrängen. Der US-Konzern werde rund zehn Prozent mehr iPhones verkaufen, während der langjährige Marktführer aus Südkorea auf ein Plus von 4,6 Prozent komme, prognostiziert die Analysefirma Counterpoint.

Der Computer-Konzern HP will durch stärkeren Einsatz Künstlicher Intelligenz bis zu 6.000 Arbeitsplätze einsparen. Der Stellenabbau solle spätestens in knapp drei Jahren abgeschlossen werden, teilte der Branchenpionier mit. Durch die Maßnahmen würden zunächst Kosten von rund 650 Millionen Dollar entstehen.

Der wachsende Bedarf an KI-Servern hat Dell das beste Quartalsergebnis der Firmengeschichte beschert. Der Reingewinn legte um 17 Prozent auf 2,59 Dollar je Aktie zu. Daraufhin hob der Computer-Hersteller am Dienstag seine Ziele für das Geschäftsjahr 2025/26 zum zweiten Mal binnen weniger Monate an.

Source: tagesschau.de