Inklusive Bankendienste: Banken zu tun sein beiläufig offline erreichbar bleiben

Deutsche Banken sind im europäischen Vergleich weniger profitabel. Und Digitalisierung ist ein Hebel, die Margen zu verbessern. Doch sie muss ihre Grenzen haben. Nämlich dann, wenn der Kunde sich ihrer nicht bedienen kann oder auch will.
Da sind zum einen die Älteren. Nicht jeder Senior hat einen PC oder ein Smartphone. Und selbst wenn, er muss es bedienen können. Gesichtserkennung, PIN und PUK: Das alles zu begreifen, kann ab einem gewissen Alter schwerfallen. Hinzu kommt, dass einige Senioren ob ihrer Unwissenheit vulnerabel gegenüber Cyberkriminellen sind. Auch diese Kunden müssen die Institute im Blick haben. Und zwar nicht nur die Sparkassen, die noch über ein dichtes Filialnetz verfügen, sondern auch die Geschäftsbanken, die sich in den vergangenen Jahren immer mehr aus der Fläche zurückgezogen haben.
Was für Senioren gilt, muss auch für Menschen gelten, welche die digitale Welt meiden, etwa aus Datenschutzbedenken. Auch sie müssen ernst genommen werden. Dass Banken „analoge“ Dienste, wie das Versenden von Kontoauszügen, berechnen, ist legitim. Nicht aber, dass diese Angebote nicht mehr erhältlich sind.
Die Deutsche Bahn hat es vorgemacht: Indem sie die Plastik-Bahncard abgeschafft hat, den Besitz eines Smartphones voraussetzt, schließt sie viele Hunderttausend vom preiswerteren Bahnfahren aus. So weit darf es bei Banken nicht kommen. Das ist auch eine Aufgabe für die Bafin.
Source: faz.net