Getöteter Techniker: Das Zweites Deutsches Fernsehen fand keine Spur zur Hamas

Mit der Hamas-Mitgliedschaft eines durch einen israelischen Luftangriff getöteten Mitarbeiters der Produktionsfirma PMP in Gaza, die für das ZDF arbeitete, hat sich nun auch der „Spiegel“ befasst. Dass Ahmed Abu Mutair der Qassam-Brigade angehörte, dem militärischen Arm der Terrororganisation Hamas, worauf von der israelischen Armee vorgelegte Dokumente deuten, findet der „Spiegel“ weitgehend bestätigt.

Gefunden hat das Magazin zudem Einträge auf Social Media aus dem Jahr 2014, in denen der getötete Satellitentechniker sich als Unterstützer der Hamas zu erkennen gab. Im Jahr 2014 fing er als Mitarbeiter der Produktionsfirma PMP an, mit der das ZDF seit 1996 zusammenarbeitete. Der Sender hatte über den Angriff auf Ahmed Abu Mutair, bei dem auch der Sohn eines Kameramanns getötet wurde, zunächst so berichtet, als gäbe es – noch – keine Hinweise auf eine Hamas-Mitgliedschaft, eine Woche später legte das ZDF dann dar, dass inzwischen von Israel vorgelegte Dokumente dies doch nahelegten.

Doch warum fiel die Hamas-Nähe nicht schon vorher auf? Die vom „Spiegel“ zitierten Äußerungen stammten „aus Posts, die mehr als zehn Jahre zurückliegen“, teilt das ZDF auf unsere Anfrage (wie auf eine vorhergehende der „Bild“-Zeitung, die zuerst berichtete) hin mit.

„Eigene Recherchen des ZDF, einschließlich einer Fotorückwärtssuche über sämtliche Suchmaschinen“, hätten zuvor „keine entsprechenden Hinweise ergeben“. Man prüfe, „warum bei den internen Recherchen die Beiträge nicht auffielen“. Die Zusammenarbeit mit PMP habe man eingestellt, zurzeit arbeite man im Gazastreifen „weder mit Partnerfirmen noch mit Einzelpersonen“ zusammen. Der „Spiegel“ weist in seinem Artikel darauf hin, man habe bei einem gemeinsamen Projekt mit dem ZDF auch „einmalig auf ein PMP-Kamerateam“ zurückgegriffen.

Source: faz.net