„Die Schnellimbissdetektivin“ von Liza Cody: Ich hätte es besser wissen können
Die Liebe zu Privatdetektiven erwischte mich in den frühen Achtzigern, zu einer Zeit, in der andere zehnjährige Mädchen Frisierköpfe zu Weihnachten bekamen – meine Eltern hatten mir einen Detektivkasten unter den Baum gelegt. Eine Pappschachtel, auf der unter einer breiten Hutkrempe das Gesicht eines Mannes zu sehen war, vor das Gesicht war eine gigantische Lupe ins Bild montiert, genau so eine, wie mein Großvater sie zum Lesen der Zeitung benutzte. Er war nach dem Zweiten Weltkrieg blind aus russischer Kriegsgefangenschaft heimgekehrt, ein schweigsamer, rätselhafter Typ, der sich bald quasi mit der Lupe in der Hand von dieser ebenso rätselhaften Welt verabschiedete, während ich draußen mit privaten Ermittlungen beschäftigt war, inmitten düsterer Schwarz-Weiß-Fotos meines Detektivkastens, grafitfarbenem Fingerabdruckpulver und Schnurrbartfolien für Phantombilder. Außerdem war ich mit jener existenziellen Einsamkeit ausgestattet, die sowohl Einzelkindern als auch guten Ermittlerinnen zu eigen ist. Die von mir identifizierten Täter lieferte ich nie ans Messer, denn ich hielt schon damals das Arbeitsethos aller Privatdetektive hoch: Informationen bekommt nur, wer dafür bezahlt. Erstaunlicherweise rückte keiner Scheine für meine Erkenntnisse raus.