Zohran Mamdanis Ehefrau: Die unkonventionelle First Lady von New York

Ein mysteriöses Geschöpf ist in dieser Woche aufgetaucht. Es hat sich bislang „auffallend zurückhaltend“, um nicht zu sagen versteckt gehalten, weshalb es mit ebenso verstecktem Argwohn beobachtet wurde: eine junge, muslimische Frau, die sich nun First Lady von Big Apple nennen darf, weil sie vor ein paar Monaten Zohran Mamdani geheiratet hat, der jetzt New York regiert. Rama Duwaji heißt sie, trägt also nicht einmal den Namen ihres Ehemannes.
Wie beobachtet wurde, hat sie während des Wahlkampfs gar nicht mitgeholfen, Stimmen zu sammeln, und auch nicht an der Seite ihres Mannes auf Bühnen gestanden. Stattdessen stellt sie auf Social-Media-Kanälen ihren Job als Illustratorin zur Schau. Auch diesseits des Atlantiks sind Medienleute deshalb einigermaßen durcheinander.
„Hilft sie ihrem Mann, oder schadet sie ihm?“
Die Sache ist aber noch wilder. Zohran Mamdani und Rama Duwaji haben sich über eine Datingplattform kennengelernt. Was hat das alles zu bedeuten? Sicherheitshalber hat ein amerikanischer Journalist Mamdani also neulich gefragt, ob man sich bei all dieser Gen-Z-haften Unkonventionalität wenigstens bald Kinder vom New Yorker Repräsentantenpaar erwarten dürfe, worauf Mamdani leider bloß erwiderte: „Ich komme mir gerade vor, als würde ich mit meiner Mutter reden.“
Egal, die „Frau an der Seite“ kann jetzt lernen, in ihre Doppelrolle als Hausherrin und „Mom-in-Chief“ von Big Apple hineinzuwachsen. Die „Vogue“ fragt bereits, was Rama Duwaji tragen wird, schließlich waren die Kostüme seit jeher die politische Ausdrucksform der First Lady. Damit kann man ja auch genug falsch machen. Jacqueline Kennedy Onassis wurde während des Wahlkampfs vorgeworfen, sie trage zu teure (und auch noch ausländische!) Designersachen.
Pat Nixon bescheinigten Berichterstatter in ihrer Antrittsrobe, sie sehe aus wie eine „Lehrerin an ihrem freien Abend“ („Time Magazine“), obwohl sie wirklich alles gab, uns ihrer ersten Pflicht als Ehefrau (Ehemann bei der Karriere unterstützen) zu versichern. Bei Hillary Clinton fragte das „Time Magazine“ angesichts der unsittlichen politischen Ambitionen auf dem Cover: „Hilft sie ihrem Mann, oder schadet sie ihm?“
Etwas Selbstkritik ist angebracht. Die „Chicago Tribune“ stellte mit Blick auf Barbara Bush schon 1989 fest: „Sie wäre lieber für Anmut bekannt als für graues Haar, für ihren Witz statt für ihr Gewicht. Wir werden unseren Blick von ihrer Frisur auf ihre Taten richten.“ Das stimmt uns 36 Jahre später zuversichtlich.
Source: faz.net