Hisbollah: Das Problem mit jener Entwaffnung

 „Wenn Hassan Nasrallah noch leben würde, säßen wir jetzt in Tiberias und würden eine Grillparty schmeißen“, sagt Hussein Chamseddine. Stattdessen sitzt er an diesem Oktoberabend in einem Wohnzimmer im Südlibanon, mehr als einhundert Kilometer von der israelischen Stadt entfernt. Die Hisbollah ist nicht in Israel einmarschiert, ihr einstiger Anführer Nasrallah ist tot. Die einzige Party, die Chamseddine in nächster Zeit betreffen wird, ist eine Hochzeit von Fremden, für die er später den Festsaal herrichten soll. Seitdem Chamseddine als Kämpfer der Miliz desertiert ist, arbeitet er als Tagelöhner. „Keiner will mich mehr einstellen. Die Leute wissen, für wen ich gearbeitet habe“, sagt er und blickt auf seine Hände. Sie sind mit Schwielen überzogen, um die Fingernägel klebt schwarzer Dreck.