Zoll-Streit: Trump will sich mit Xi treffen und zeigt sich kompromissbereit

US-Präsident Donald Trump sendet im Zoll-Streit mit China Kompromiss-Signale. Seine angedrohten Strafzölle von 100 Prozent auf chinesische Waren bezeichnete er am Freitag (Ortszeit) in einem Interview mit dem Sender Fox Business Network als nicht tragbar. Peking habe ihn aber dazu gezwungen. Trump bestätigte zudem, dass er den chinesischen Präsidenten Xi Jinping in zwei Wochen in Südkorea treffen werde. Ungeachtet der scharfen Rhetorik der vergangenen Tage scheint damit wieder Bewegung in den Handelskonflikt zu kommen. US-Finanzminister Scott Bessent sprach am Freitagabend von „offenen und detaillierten Gesprächen“ mit seinem chinesischen Kollegen, Vize-Ministerpräsident He Lifeng.
Bessent will He in der kommenden Woche in Malaysia treffen. Auch die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua meldete, He und Bessent hätten in einem Videotelefonat „offene, tiefgehende und konstruktive Gespräche“ geführt und eine neue Runde von Handelsgesprächen so bald wie möglich vereinbart. Die beiden Politiker hatten sich zuvor in vier europäischen Städten über sechs Monate getroffen, um eine Pause im Zoll-Streit auszuhandeln. Das Abkommen läuft am 10. November aus. Mit dem Treffen in Malaysia verlagert sich der Schauplatz in ein südostasiatisches Land, das sowohl mit China als auch mit den USA regen Handel treibt.
Trump hatte vor einer Woche die zusätzlichen Abgaben von 100 Prozent auf chinesische Importe angekündigt. Er reagierte damit auf eine deutliche Ausweitung der chinesischen Ausfuhrkontrollen für Seltene Erden. China dominiert den Markt für diese bei der Technologieherstellung unerlässlichen Rohstoffe. Die Chefin der Welthandelsorganisation (WTO), Ngozi Okonjo-Iweala, rief die USA und China zur Deeskalation auf. Eine Entkopplung der beiden größten Volkswirtschaften der Welt könne die globale Wirtschaftsleistung langfristig um sieben Prozent verringern, sagte sie der Nachrichtenagentur Reuters.
Trotz der anhaltenden Gespräche und des weiterhin geplanten Treffens zwischen Trump und Xi bleibt die Lage angespannt. Bessent warf China am Freitag vor dem Lenkungsausschuss des Internationalen Währungsfonds (IWF) beispielsweise staatlich gelenkte Wirtschaftspraktiken vor. Das chinesische Handelsministerium beschuldigte seinerseits die USA, das regelbasierte Handelssystem zu untergraben.