Marktbericht: Versöhnlicher Wochenschluss zu Gunsten von die Investoren


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Stand: 26.09.2025 17:56 Uhr

Am Freitag sorgten US-Inflationsdaten sorgten für bessere Stimmung, die Anleger hoffen weiterhin auf künftige Zinssenkungen der US-Notenbank Fed. Der DAX verbuchte ein Wochenplus.

Der DAX verabschiedet sich mit Kursgewinnen ins Wochenende. Der deutsche Leitindex schloss mit einem Plus von 0,9 Prozent auf 23.739 Punkten. Damit hat er sich zumindest kurzfristig außerhalb der engen Handelsspanne zwischen 23.400 und 23.700 Punkten etabliert. Auf Wochensicht legte der DAX um 0,4 Prozent zu.

Aktuelle US-Verbraucherpreisdaten hoben am frühen Nachmittag die Stimmung, der DAX baute nach der Bekanntgabe seine Gewinne aus: Die Anleger hatten mit Spannung auf die US-Inflationszahlen gewartet, um Aufschlüsse über die kommende Zinspolitik der US-Notenbank Federal Reserve zu erhalten. Das für die Fed maßgebliche Inflationsmaß ist der sogenannte PCE-Kerndeflator. Er bestimmt die Preisentwicklung von Waren und Dienstleistungen, klammert jedoch die schwankenden Preise für Lebensmittel und Energie aus. Demnach stiegen die Preise im August um 2,9 Prozent verglichen mit dem Vorjahr.

Die Marktteilnehmer seien nicht enttäuscht worden, bemerkte Marktexperte Andreas Lipkow. „Die PCE-Kernrate signalisiert einen gleichbleibenden Preistrend und gibt der US-Notenbank Raum für weitere Zinssenkungen“, so Lipkow.

Von US-Präsident Donald Trump angekündigte neue Strafzölle auf Markenmedikamente, schwere Lastwagen sowie Abgaben auf Küchenschränke, Badezimmerwaschtische und Polstermöbel belasteten den Gesamtmarkt heute nur geringfügig. „Das Zollthema scheint bei Donald Trump eine Endlosschleife zu sein, und bei den meisten Marktteilnehmern hat ein gewisser Gewöhnungseffekt eingesetzt“, kommentierte Thomas Altmann, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter QC Partners.

„Allerdings kann sich das schnell wieder ändern. Zölle haben immer das Potenzial, zum Herbststurm für Wirtschaft und Börsen zu werden“, so der Fachmann.

In den USA bessert sich die Stimmung zunächst zwar ebenfalls, aber so ganz sicher sind sich die Anleger dort nicht, wie sie die frischen Inflationsdaten einordnen sollen. Nach starkem Start rutscht der Dow Jones wieder etwas zurück, derzeit liegt das Plus bei 0,3 Prozent auf 46.081 Punkten. Der marktbreite S6P 500 liegt nur noch 0,1 Prozent im Plus, der Index der Technologiebörse Nasdaq sinkt zeitweise sogar ins Minus.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hat vor Mitarbeitenden einen Stellenabbau in der Verwaltung der Airline-Gruppe angekündigt. Wie der Standort Deutschland habe auch die Lufthansa ein Problem mit hohen Personalkosten. „So etwa Effizienz in der Verwaltung – 20 Prozent weniger Leute in der Administration der Lufthansa-Gruppe ist ein Element, um effizienter zu werden“, sagte Spohr nach dem Transkript seiner Rede bei einer heutigen Mitarbeiterveranstaltung, die der Nachrichtenagentur Reuters in Auszügen vorlag.

Damit bestätigt er einen Reuters-Bericht, nach dem einige Tausend Stellen in der Verwaltung in den kommenden Jahren wegfallen sollen. Die genaue Zahl ist Insidern zufolge noch offen.

BMW ruft weltweit Hunderttausende Autos in die Werkstätten, um ein Problem am Starter zu beheben, das im schlimmsten Fall zu Feuer führen kann. Alleine in Deutschland sind rund 136.500 Fahrzeuge betroffen, wie das Unternehmen mitteilte. In den USA sind es weitere knapp 195.000 Autos. Eine weltweite Zahl nennt BMW nicht. Sie dürfte aber noch deutlich höher liegen, denn es sind zahlreiche Modelle aus einem Produktionszeitraum von September 2015 bis September 2021 betroffen – auch in Asien und anderen europäischen Ländern.

Trumps Ankündigungen zeigen im DAX bei Einzelwerten wie beim Lastwagenbauer Daimler Truck deutliche Wirkung. Auch die Titel der VW-Tochter Traton sinken. Während bei den Pharmawerten Bayer nur leicht reagiert, verlieren die Aktien von Merck mittlerweile ebenfalls.

Der Verband der forschenden Pharmaunternehmen in Deutschland (vfa) warnte vor den Auswirkungen möglicher neuer US-Zölle auf die Branche. „Die angekündigten Importzölle von 100 Prozent hätten gravierende Auswirkungen auf die internationalen Lieferketten, verteuerten die Produktion von Arzneimitteln und gefährdeten die Versorgung von Patientinnen und Patienten – sowohl in den USA als auch in Europa“, sagte vfa-Präsident Han Steutel.

Das Technologieunternehmen Microsoft stellt dem israelischen Verteidigungsministerium bestimmte Cloud- und KI-Dienste nicht mehr zur Verfügung. Man wolle Sorge tragen, dass Microsoft-Dienstleistungen nicht für die Massenüberwachung palästinensischer Zivilisten verwendet werden können, erklärte Firmenpräsident Brad Smith in der vergangenen Nacht.

Der Rüstungselektronik-Konzern Hensoldt rechnet in den nächsten Monaten mit Aufträgen des Bundes in bisher ungekannten Dimensionen. Die Bundesregierung meine es ernst und bestelle in Stückzahlen, die „in Richtung zehnfach, zwanzigfach von dem gehen, was wir in der Vergangenheit hatten“, sagte Unternehmenschef Oliver Dörre. In der Vergangenheit habe der Bund aus Rahmenverträgen oft nur kleine Stückzahlen abgerufen. Nun gehe es um verbindliche Großaufträge.

Der US-Flugzeugbauer Boeing hat von den Fluggesellschaften Turkish Airlines und Norwegian Air milliardenschwere Aufträge eingesammelt. Turkish Airlines will bis zu 225 Boeing-Flugzeuge kaufen, wie die Airline mitteilte. Auch die norwegische Billigfluglinie Norwegian Air Shuttle setzt auf Boeing. Sie übte heute eine Option zum Kauf von 30 weiteren Maschinen des Typs 737-MAX 8 aus. Damit steigt die Gesamtzahl der festen Bestellungen auf 80 Flugzeuge.

Source: tagesschau.de