AfD und Richterwahl: Was dem Land dient

„Vaterlandsverräter“ nannte der CSU-Landesgruppenchef die AfD – und wurde dafür vom Bundestagsvizepräsidenten der Links­partei gerügt. Es ging um die Haltung der „Alternative für Deutschland“ zu Putins Russland, und die wirft in der Tat die Frage auf, wie die Zukunft des deutschen Vaterlandes im Falle einer Unterwerfungspolitik gegenüber dem Moskauer Eroberungs- und Vernichtungsfeldzug aussähe – wenn es denn überhaupt eine gäbe.

Immerhin deutet sich hier auch innerhalb der AfD angesichts immer dreisterer russischer Attacken gegenüber dem westlichen Bündnis ein Dissens an.

Ausverkauf?

Denn der Ausverkauf des Vaterlandes, sei es durch Preisgabe gegenüber Putin oder durch Verarmung wegen wirtschaftsfeindlicher, weil antieuropäischer Positionen, ist nun alles andere als national oder patriotisch.

Die AfD steht weiterhin vor dem Dilemma, dass sie ihren Höhenflug der Grenzüberschreitung und dem Ressentiment verdankt – sie aber so wohl nicht in Verantwortung gelangt. Immerhin: Mit Blick auf die Wahl dreier Verfassungsrichter differenziert die Partei und erklärt den Unionskandidaten und die neue SPD-Kandidatin für wählbar beziehungsweise unproblematisch. Darauf wird es wohl nicht ankommen. Entscheidend sollte aber ohnehin nicht sein, ob sie damit andere Parteien in die Bredouille bringt. Sondern dass das Ergebnis dem Land dient.

Source: faz.net