Genozidvorwurf gegen Israel: Völkermord wie Meinung

Die Ausladung des israelischen Dirigenten Lahav Shani war auch deshalb so fragwürdig, weil die Veranstalter des Genter Festivals seinen Auftritt an die Zustimmung zu der Aussage knüpften, in Gaza werde ein Völkermord begangen. Meinungsfreiheit hieß nach dem Verständnis des Intendanten die erzwungene Einwil­ligung in einen Konsens, den es nicht gibt. So wenig wie die Politik ist sich die Wissenschaft heute über den Genozidvorwurf einig, auch wenn immer wieder ein Konsens vorgetäuscht wird. Einem von mehr als dreihundert Wissenschaftlern aus deut­schen Institutionen unterzeichneten Boykottaufruf gegen israelische Univer­sitäten reichte dafür schon die Berufung auf ein halbes Dutzend Genozidforscher, die sich „nahezu einig“ gezeigt hätten. Man staunt, auf welch dünnem Eis sich der wissenschaftliche Aktivismus zuweilen bewegt.

Source: faz.net