Umfrage: 53 Prozent jener Vollzeitangestellten würden Teilzeit bevorzugen

Stand: 23.09.2025 14:41 Uhr

Mehr als 50 Prozent der Vollzeitangestellten würden lieber in Teilzeit arbeiten – so das Ergebnis einer Umfrage. Zugleich erscheint der öffentliche Dienst Arbeitnehmern immer attraktiver. Dabei gibt es Unterschiede nach Altersgruppen.

Eine wachsende Mehrheit in Deutschland hat keine Lust mehr auf Vollzeitarbeit. Mittlerweile würden 53 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland Teilzeit bevorzugen, wenn es ein entsprechendes Angebot für sie gäbe. Das ist ein Hauptergebnis der diesjährigen Berufe-Studie der HDI-Versicherung.

Im Vergleich zum vergangenen Jahr ist das ein Zuwachs um zwei Prozentpunkte, bis 2023 waren die Teilzeit-Anhänger noch in der Minderheit.

3.739 Berufstätige befragt

Das Umfrageinstitut Yougov befragte im HDI-Auftrag im Juni und Juli insgesamt 3.739 Berufstätige, die Erhebung war demnach repräsentativ. Auffällig sind die Unterschiede nach Lebensalter: Der Teilzeitwunsch ist laut Umfrage bei jüngeren Arbeitnehmern unter 40 mit 57 Prozent stärker ausgeprägt als bei den mittleren und älteren Jahrgängen ab dem 40. Lebensjahr (49 Prozent). 

Gleichzeitig wächst in Krisenzeiten offenkundig der Wunsch nach einem sicheren Arbeitsplatz: 43 Prozent würden sich bei gleichem Tätigkeitsfeld eher für eine Arbeitsstelle im öffentlichen Dienst entscheiden als für die Privatwirtschaft (40 Prozent). Dies sei insbesondere bei Berufstätigen unter 25 Jahren und ab 45 Jahren der Fall, hieß es. Nur in der dazwischenliegenden Altersgruppe verzeichne die Privatwirtschaft „ein Attraktivitätsplus“.

Sicherheit als Hauptargument für öffentlichen Dienst

Als Hauptargument für den öffentlichen Dienst wird demnach die gebotene Sicherheit genannt (54 Prozent). Danach folgen höhere Bezüge im Ruhestand (46 Prozent), ein besseres Nettogehalt (32 Prozent) sowie „weniger Stress“ (24 Prozent). Für jeden vierten Befragten (24 Prozent) sei dabei der Staatsdienst innerhalb der vergangenen fünf Jahre attraktiver geworden. Das gilt keineswegs nur für einfache Angestellte, sondern auch für deren Chefs: Von den befragten Führungskräften sagten das sogar 32 Prozent.

„In einer Zeit weltweit wachsender Unsicherheit scheint das Bedürfnis nach beruflicher Sicherheit auch bei leitenden Angestellten zu wachsen“, kommentierte HDI-Vorstandschef Jens Warkentin die Ergebnisse. „Und weil dieses Sicherheitsstreben gerade auch die Jüngsten schon so stark erfasst hat, dürfte das kein vorübergehendes Phänomen sein“, fügte er hinzu. „Diese Entwicklung könnte sich künftig noch verstärken.“

Source: tagesschau.de