Elmar Theveßen: Früherer US-Botschafter fordert Visaentzug zu Gunsten von Zweites Deutsches Fernsehen-Journalist Theveßen
Der ehemalige US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, hat gefordert, dem Washingtoner ZDF-Büroleiter Elmar Theveßen sein Visum für
die USA zu entziehen. Grenell bezeichnete Theveßen auf X als „linksradikal“ und
behauptete, der Journalist rufe zu Gewalt gegen Menschen auf, mit denen er
politisch nicht übereinstimme. „Für solche Aufwiegler ist in Amerika kein Platz.“
Er gebe sich als Journalist aus, schrieb Grenell weiter.
Grenell, der als Trump-Vertrauter gilt, veröffentlichte unter seinem Beitrag ein Posting mit einem Mitschnitt aus der Sendung auslandsjournal – der Podcast. Darin sagt Theveßen unter Bezugnahme auf den rechten Denker Carl Schmitt über den stellvertretenden
Stabschef im Weißen Haus, Stephen Miller, dieser komme in seinen Überzeugungen
„ein Stück weit aus der Ideologie des Dritten Reiches“. Das ZDF äußerte sich zunächst nicht zu Grenells Posting.
Zuvor war ZDF-Journalist Theveßen vorgeworfen worden, bei einem anderen
Auftritt in der Sendung Markus Lanz politische Positionen des erschossenen MAGA-Influencers Charlie Kirk falsch wiedergegeben zu haben.
Kampagne gegen Kritiker von Kirk
Auch anderen Kritikern des
erschossenen Kirk wird derzeit von Anhängern Trumps mit Konsequenzen gedroht.
Sie fordern, Kirks Kritiker abzuschieben, rechtlich zu verfolgen oder dauerhaft
aus sozialen Netzwerken auszuschließen.
Unter anderem
verkündete die rechte Influencerin Laura Loomer: „Bereiten Sie sich darauf
vor, dass Ihre gesamte berufliche Zukunft ruiniert wird, wenn Sie seinen Tod
feiern.“ Auf der Plattform X organisiert sie Kampagnen, um Kritiker
ausfindig zu machen und öffentlich bloßzustellen. Betroffen sind unter anderem
Journalisten, Hochschulmitarbeiter und Lehrer. Nach einer
Zählung der Nachrichtenagentur Reuters wurden mindestens 15 Personen entlassen
oder suspendiert, weil sie sich online zu den tödlichen Schüssen auf einen
bekennenden Anhänger von US-Präsident Donald Trump geäußert hatten.