Regierungsbildung: Sondierungsgespräche zwischen Union und SPD nach sich ziehen begonnen
- Die Union hat die Bundestagswahl gewonnen, jetzt stehen Gespräche mit potenziellen Koalitionspartnern an.
- Friedrich Merz will zunächst Gespräche mit der SPD führen. Eine schwarz-rote Koalition hätte eine Mehrheit im neuen Bundestag.
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Union und SPD treffen sich zu ersten Sondierungsgesprächen
Anke Rehlinger wünscht sich neue SPD-Spitze
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Ukrainischer Botschafter hofft auf schnelle Regierungsbildung
„„Wir in der Ukraine hoffen auf eine zeitnah handlungsfähige Regierung in Deutschland.““Oleksii Makeiev, ukrainischer Botschafter in Deutschland
Zwar habe die Ukraine „auch Olaf Scholz viel zu verdanken“, unter dessen Kanzlerschaft Deutschland bei Waffenlieferungen „einen sehr weiten Weg zurückgelegt“ habe. Zu zögerlich sei der Kanzler nicht gewesen, der sich gesellschaftlicher Mehrheiten habe vergewissern müssen. „Aber natürlich ist dann auch eine Führungsrolle gefragt, um notwendige und schnelle Entscheidungen zu treffen“, sagte Makeiev.
Sondierungen sollen noch in dieser Woche beginnen
Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa schicken sowohl SPD als auch CDU/CSU je neun Spitzenpolitiker in die Verhandlungen. Über die Inhalte des geplanten Gesprächs sei Vertraulichkeit vereinbart worden.
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Menschen mit Migrationsgeschichte im neuen Bundestag unterrepräsentiert
Einen Migrationshintergrund hat, wer selbst bei Geburt keine deutsche Staatsbürgerschaft hatte oder mindestens einen Elternteil, auf den das zutrifft. Seit 2013 war der Anteil der Menschen mit Migrationsgeschichte im Bundestag stetig gewachsen, verglichen mit dem scheidenden Bundestag stagniert er nun. Zum Zeitpunkt nach der Wahl 2021 waren es 11,3 Prozent.
Deutliche Unterschiede gibt es zwischen den Parteien: Demnach haben die Grünen mit 20 Prozent den höchsten Anteil, gefolgt von der Linkspartei mit 18,8 Prozent und der SPD mit 17,5 Prozent, die wiederum in absoluten Zahlen vorn liegt. Deutlich dahinter liegen die Union mit einem Anteil von 6,3 Prozent und die AfD mit 5,9 Prozent.
Ministerpräsidenten dringen auf Verhandlungen
Für eine schwarz-rote Koalition gebe es zwar keinen Automatismus, doch mathematisch kaum andere Möglichkeiten. Ob das Bündnis politisch eine Grundlage habe, werde sich in den Gesprächen zeigen. „Damit diese Gespräche erfolgreich sind, ist es klug, wenn man sie nicht öffentlich führt“, sagte er.
Auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther fordert eine schnelle Regierungsbildung zwischen Union und SPD. „Ich finde die Verhandlungen jetzt gar nicht so kompliziert, weil ja eigentlich alle wissen, worauf es jetzt ankommt“, sagte der CDU-Politiker den TV-Sendern RTL/n-tv. Union und SPD müssten beweisen, dass demokratische Parteien in der Lage seien, Probleme zu lösen und an einem Strang zu ziehen.
Union offen für neues Bundeswehr-Sondervermögen
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Juso-Vorsitzender rechnet mit „harten Gesprächen“ zur Koalition
Als zentral bezeichnete er für Koalitionsverhandlungen Änderungen der Schuldenbremse. Sie stehe Handlungsfähigkeit entgegen. Genauso wichtig seien Entlastungen vor allem für kleine und mittlere Einkommen. Die Verhandlungen müssten „hart und ehrlich“ miteinander geführt werden. Auch brauche man „tatsächliche Einigungen“ in einem Koalitionsvertrag. Bei den Koalitionsverhandlungen der Ampelkoalition seien viele Formelkompromisse gemacht worden, die den Partnern später auf die Füße gefallen seien, sagte der Juso-Chef.
Robert Habeck will im Bundestag bleiben
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Präsidentin der Jüdischen Studierendenunion will Deutschland verlassen
Die AfD hat bei der Wahl 20,8 Prozent erreicht. „Jeder Fünfte in Deutschland hat die AfD gewählt“, sagte die Studentin. „So viele Menschen, mit denen ich im Supermarkt an der Kasse stehe, mit denen ich zusammen zur Uni gehe, die meine Nachbarn sind, haben wissentlich einer in großen Teilen gesichert rechtsextremen Partei ihre Stimme gegeben.“ Sie mache sich Sorgen um ihre Eltern, die nicht deutsch aussähen und einen Akzent hätten, und um ihre Großmutter, die abgeschoben werden könnte, falls ihr Aufenthaltstitel nicht verlängert werde.
Merz trifft Macron in Paris
Eine CDU-Sprecherin wollte den Bericht auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa weder bestätigen noch dementieren. Bei der ersten Auslandsreise von Merz nach der Wahl dürfte es im Rahmen eines Abendessens angesichts des US-Kurswechsels in der Ukrainepolitik auch um europäische Verteidigung gehen.
Grüne bestätigen Fraktionsspitze im Amt
Die tatsächliche Neubesetzung wichtiger Posten solle sich am Zeitpunkt der Regierungsbildung orientieren, hatten die Fraktionsvorsitzenden am Vortag erklärt. Wenn es nach dem wahrscheinlich nächsten Bundeskanzler Friedrich Merz von der CDU geht, ist das bis Ostern der Fall.
Bundesregierung will bis zu Machtübergabe Staatsgäste ohne Wahlsieger Friedrich Merz treffen
Vor der Übergabe von Angela Merkel an Olaf Scholz im Jahr 2021 hatte die ehemalige Bundeskanzlerin den Wahlsieger Scholz zu einigen internationalen Treffen mitgenommen. Er war damals als Bundesfinanzminister aber auch Teil der Regierung.
Klingbeil warnt Union vor Indiskretion
Union hat SPD laut Esken noch keine Sondierungsgespräche angeboten