Perfide Propaganda-Show – Hamas übergibt Leichen ermordeter Geiseln an Israel

Die Terror-Organisation Hamas hat die sterblichen Überreste von vier ermordeten Geiseln an Israel übergeben. Unter den Toten sollen auch Schiri Bibas und ihre beiden Söhne sein. Sie waren zu einem Symbol für den brutalen Hamas-Angriff geworden.

Im Gaza-Streifen hat am Donnerstag die vereinbarte Übergabe von vier getöteten Geiseln der Hamas an Israel begonnen. Fahrzeuge des Roten Kreuzes kamen am Übergabeort außerhalb von Chan Junis an, wie Reporter der Nachrichtenagentur AP beobachteten.

Die Hamas veranstaltete für die Übergabe zum wiederholten Male eine unfassbare Propaganda-Show: Vier schwarze Särge waren dort auf einer Bühne platziert, im Hintergrund war der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu als Vampir abgebildet, mit den Bildern der getöteten Geiseln. „Der Kriegsverbrecher Netanjahu und seine Armee haben sie mit Raketen zionistischer Kampfjets getötet“, stand daneben. Eine israelische Moderatorin sprach von einem „Theater des Terrors“.

Rundherum waren Flaggen der Hamas zu sehen, laute Musik dröhnte aus Lautsprechern. Tausende Menschen, unter ihnen viele vermummte Extremisten, aber auch jubelnde Schaulustige waren vor Ort. Die Zeremonie in Chan Junis war zudem in einer Live-Übertragung im Fernsehen zu sehen.

Israel will nun die Identität der Leichen prüfen. Laut dem öffentlich-rechtlichen Sender Kan hat das nationale Institut für Gerichtsmedizin in Tel Aviv zehn Ärzte mobilisiert, um die Identifizierung zu beschleunigen. Laut Hamas handelt es sich bei den Toten um die Geiseln Schiri Bibas und ihre beiden jungen Söhne. Alle drei haben auch die deutsche Staatsbürgerschaft.

Kfir war nur neun Monate alt und sein Bruder Ariel vier Jahre, als sie am 7. Oktober 2023 von der Hamas entführt wurden. Auch der Leichnam von Oded Lifschitz wird an Israel übergeben. Er war bei der Entführung 83 Jahre alt.

Als einziges Familienmitglied ließ die Hamas den Vater frei

Kfir und Ariel Bibas sind die letzten Kinder, die noch von der Hamas als Geiseln im Gaza-Streifen festgehalten wurden. Die Hamas hatte die Kleinkinder sowie deren Eltern Shiri und Jarden vor mehr als 16 Monaten aus dem Kibbuz Nir Oz verschleppt.

Die Bilder der beiden rothaarigen Jungen und ihrer verzweifelten Mutter bei der Entführung wurden in Israel zu einem Symbol für den brutalen Hamas-Angriff auf den Süden Israels. Als einziges Familienmitglied ließ die Hamas vor zweieinhalb Wochen den Vater Jarden Bibas frei. Seine Frau und seine Kinder waren getrennt von ihm in der Gewalt der Hamas im Gaza-Streifen.

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Die islamistische Hamas hatte Schiri Bibas und ihre Kinder bereits für tot erklärt. Angeblich wurden sie bei einem israelischen Luftangriff im November 2023 getötet. Israels Behörden hatten dies jedoch nicht bestätigt.

Am Samstag will die radikalislamische Miliz nach eigenen Angaben sechs lebende Israelis freilassen. Im Gegenzug wird Israel Berichten zufolge alle Frauen und Minderjährigen freilassen, die seit Beginn des Gaza-Kriegs im Oktober 2023 festgenommen wurden und die nicht am bewaffneten Kampf gegen Israel beteiligt gewesen sein sollen.

Auslöser des Krieges war der Überfall der Hamas und anderer extremistischer Gruppierungen auf Israel am 7. Oktober 2023, bei dem rund 1200 Menschen getötet und mehr als 250 Israelis als Geiseln in den Gaza-Streifen verschleppt wurden. Seitdem wurden laut der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde im Gaza-Streifen fast als 48.300 Menschen getötet, darunter auch viele Frauen und Minderjährige.

dpa/rct/krott

Source: welt.de