900 Euro Unterschied: Wo Bus- und Bahnfahrer Seltenheitswert haben viel – und Seltenheitswert haben wenig – verdienen








Bundesweit streiken Freitag und Samstag Bus- und Bahnfahrer, um für bessere Arbeitsbedingungen und Zuschläge zum Gehalt zu protestieren. Aber wie viel verdienen sie eigentlich?

Deutschlands Busse und Bahnen stehen still. Die Gewerkschaft Verdi erhöhte vergangenen Dienstag mit einer bundesweiten Streikaufforderung den Druck in den Verhandlungen mit den kommunalen Arbeitgeberverbänden der Bus- und Bahnfahrer. Der Streik beginnt am Freitag und endet Samstag, wobei er in vielen Tarifbereichen bis Sonntagabend verlängert werden soll. Betroffen sind 150 öffentliche Verkehrsunternehmen und Busbetriebe in allen Bundesländern. 



Den Streikenden, insgesamt sind es rund 100.000 Beschäftigte, geht es vor allem um bessere Arbeitsbedingungen. So will die Gewerkschaft Entlastungen bei der Wochenarbeitszeit und beim Schichtdienst sowie höhere Zuschläge für Sonderschichten durchsetzen. In Baden-Württemberg fordert Verdi zum Beispiel eine Erhöhung des Sonntagszuschlags auf 50 Prozent. Auch die Bezahlung von Überstunden soll dort, gemäß Forderungen, um den gleichen Faktor erhöht werden. 

Die Arbeitgeberverbände argumentieren hauptsächlich mit der schwierigen finanziellen Situation, in der sich viele Nahverkehrsunternehmen und Kommunen befinden. Schon jetzt fehlen Verdi zufolge aber 80.000 Beschäftigte im öffentlichen Nahverkehr. Die Arbeitsbedingungen müssten geändert werden, um die Jobs attraktiver zu machen.  


Große Unterschiede beim Gehalt

Dabei spielt auch die Bezahlung eine Rolle. Obwohl diese nicht grundlegend Gegenstand des Streiks ist, lohnt es sich dennoch, einen Blick darauf zu werfen. Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit beträgt das monatliche Bruttoentgelt für Bus- und Bahnfahrer im Median 3522 Euro, die beiden Tätigkeiten gehören zur selben Berufsgattung. Das Gehalt unterscheidet sich von Bundesland zu Bundesland aber deutlich. In Baden-Württemberg, wo die Fahrer am meisten verdienen, sind es rund 4000 Euro, in Brandenburg hingegen nur circa 3100 Euro.  

Auch in den Städten zeigen sich die Unterschiede. In Köln verdient ein Busfahrer fast 3900 Euro, in Dresden sind es ungefähr 500 Euro weniger. Bus- und Bahnfahrerinnen verdienen über 100 Euro weniger im Monat als ihre männlichen Kollegen.




Das Gehalt setzt sich aus einem Grundgehalt und Zuschlägen, um die es Verdi unter anderem geht, zusammen. In Berlin sind es für Busfahrer beispielsweise 25 Prozent zusätzliches Gehalt bei Nacht- und Wochenendschichten. Feiertagsarbeit wird mit 135 Prozent entlohnt.   

Bereits Anfang Februar streikten Bus- und Bahnfahrer bundesweit. Ob der derzeitige, erneute Streik Bewegung in die Tarifverhandlungen bringen wird, bleibt abzuwarten. 

Source: stern.de