Solarenergie: Zahl jener Balkonkraftwerke im zweiten Quartal stark gestiegen

Die Zahl der Balkonkraftwerke in Deutschland hat erneut deutlich zugenommen. Im zweiten Quartal gingen dem Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur zufolge mehr als 152.000 solcher Minisolaranlagen neu ans Netz. Das entspricht einem Anstieg von 52 Prozent zum bisher stärksten Quartal, dem zweiten Quartal 2023. Insgesamt verzeichnet das Marktstammdatenregister derzeit gut 563.000 Anlagen in Betrieb. Die tatsächlichen Zahlen dürften sogar noch höher sein, da es eine mehrwöchige Nachmeldefrist gibt und manche Anlagen nicht angemeldet werden.

Künftig soll es für Mieter und Wohnungseigentümer noch einfacher werden, ein Balkonkraftwerk anzubringen. Entsprechende Änderungen im Mietrecht und Wohnungseigentumsrecht will der Bundestag am Abend beschließen. Denn bislang benötigen Mieterinnen und Mieter die ausdrückliche Zustimmung ihres Vermieters, um ein Balkonkraftwerk anbringen zu können. Wohnungseigentümer brauchen die Genehmigung der Eigentümergemeinschaft. Diese Zustimmung kann bisher ohne sachlichen Grund verweigert werden.

Nun soll die Stromerzeugung durch Steckersolargeräte in den Katalog der sogenannten privilegierten Maßnahmen aufgenommen werden. Das sind bauliche Veränderungen, die von Vermietern und Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG) nicht einfach blockiert werden können – beispielsweise Umbauten für Barrierefreiheit oder Einbruchschutz. Vermieter und die WEG sollen zwar immer noch ein Mitspracherecht haben, wenn es darum geht, wie genau ein Steckersolargerät am Haus angebracht wird. Ob so eine Anlage überhaupt installiert werden darf, wäre dann aber nicht mehr grundsätzlich strittig.

„Booster für die Solarisierung von Balkonen“

Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft,
sprach mit Blick auf die bevorstehende Änderung von einem „Booster für die Solarisierung von Balkonen“. Damit werde quasi ein „Recht zur Ernte von Sonnenstrom“ gesetzlich verankert. Er
rechne mit einem weiteren Nachfrageschub.

Bereits zum 1. April war die Registrierung der Geräte vereinfacht worden. Im Mai trat dann ein Solarpaket in Kraft. Dieses erlaubt unter anderem die Nutzung einer normalen Steckdose für die Anlagen, den vorübergehenden Einsatz alter, nicht digitaler Zähler und eine höhere Leistung von jetzt 800 Watt am Wechselrichter statt der bisher gültigen 600 Watt.