Sewing verdient mehr – Ex-DWS-Chef Wöhrmann erhält Abfindung von 8 Millionen

Im vergangenen Jahr hat die Deutsche Bank das beste Ergebnis seit 15 Jahren erzielt. Das Gehalt von Bankchef Christian Sewing hat aber nur mäßig zugelegt: um 121.294 Euro auf jetzt 8,93 Millionen Euro. Der Betrag setzt sich zusammen aus einem Grundgehalt von 3,6 Millionen Euro sowie Kurzfrist- und Langfristkomponenten.

Der ehemalige Chef der Fondsgesellschaft DWS, Asoka Wöhrmann, erhält trotz Ermittlungen gegen DWS-Mitarbeiter wegen des Verdachts auf Kapitalmarktbetrug eine Abfindung. Wöhrmann bekam nach seinem Rücktritt zum Anfang Juni von der Tochtergesellschaft der Deutschen-Bank eine Abfindung von 8,15 Millionen Euro, wie aus dem am Freitag veröffentlichten DWS-Geschäftsbericht hervorgeht. Stefan Hoops übernahm den Vorstandsvorsitz am 10. Juni vergangenen Jahres, doch der Anstellungsvertrag seines Vorgängers galt dennoch bis Ende Januar 2023.

Neben der Abfindung erhielt Wöhrmann ein Jahresgehalt von 5,5 Millionen Euro inklusive 3,1 Millionen Euro Bonus – 48 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Laut der DWS-Veröffentlichung belief sich das Jahresgehalt des amtierenden Chefs Hoops für die Zeit ab dem 10. Juni auf 3,77 Millionen Euro.

Während sich Sewings Kurzfristkomponente von 2,75 Millionen Euro an der persönlichen Leistung des Vorstandsvorsitzenden misst, die er übererfüllt hat, fließt in die Langfristkomponente von 2,58 Millionen Euro auch die Gesamtleistung der Bank ein. Auf dieser Grundlage kann Sewing 99 Prozent seiner Zielgesamtvergütung einstreichen.

Das macht ihn zum Klassenbesten im zehnköpfigen Vorstand von Deutschlands größtem Geldinstitut. Der Aufsichtsrat, der für die Vergütung von Sewing und seiner Vorstandskollegen verantwortlich ist, würdigte, dass es dem Vorstandschef gelang, „die Deutsche Bank als Teil der Lösung und Berater der Regierung im Kontext des Inflationsdrucks und der Energiekrise zu positionieren“, heißt es im Vergütungsbericht.

US-Vorständin Ausreißerin nach unten

Das Feld liegt aber dicht beieinander. Auch Fabrizio Campelli, zuständig für die Unternehmens- und Investmentbank ,verdient mit 6,49 Millionen Euro 99 Prozent seiner maximal erreichbaren Vergütung. Sewings Stellvertreter Karl von Rohr erreicht mit 7,27 Millionen Euro 98 Prozent seiner maximal erreichbaren Vergütung ebenso wie James von Moltke, Finanzvorstand und ebenfalls stellvertretender Vorstandsvorsitzender, dessen Gehalt für das zurückliegende Jahr 7,07 Millionen Euro betrug. Ausreißer nach unten ist mit 95 Prozent die für das US-Geschäft zuständige Vorständin Christiana Riley. Ihre Vergütung ist mit 6,16 Millionen Euro die geringste aller Vorstände, die volle zwölf Monate im Amt waren.

Die Vorstände machen aber nur einen kleinen Teil der Einkommensmillionäre aus. Insgesamt haben 572 der weltweit knapp 83.000 Mitarbeiter der Deutschen Bank im vergangenen Jahr mehr als 1 Million Euro verdient, das sind 52 mehr als ein Jahr zuvor. Beim Löwenanteil, nämlich 299 Mitarbeitern, betrug das Jahresgehalt zwischen 1,0 und 1,5 Millionen Euro.

Ein Mitarbeiter verdiente zwischen 10 und 11 Millionen Euro, darin enthalten können aber auch Abfindungen sein, die wie jede Art von fixer und variabler Vergütung in die Berechnung einfließen. Insgesamt stiegen die von der Bank bezahlten Grundgehälter 2022 um 4 Prozent auf 7,7 Milliarden Euro zu, was die gestiegene Mitarbeiterzahl widerspiegelt. Die variable Vergütung blieb mit 2,1 Milliarden Euro in etwa auf Vorjahresniveau.

Source: faz.net