Nord-Ostsee-Kanal wird morgen Mittag freigegeben

Der Nord-Ostsee-Kanal (NOK) wird am Dienstag um 12 Uhr wieder für Schiffe geöffnet. Das hat das Ministerium für für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur (MEKUN) bekanntgegeben. Demnach hätten die zuständigen Behörden zuvor die technische Reinigung überprüft. Neben dem MEKUN haben auch das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA), der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN.SH), die Wasserschutzpolizei und die untere Wasserbehörde (UWB) des Kreises Dithmarschen grünes Licht für die Freigabe erteilt.

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Goldschmidt: Teamleistung verhinderte Umweltkatastrophe
Laut Umweltminsiter Tobias Goldschmidt (Grüne) sind die Reinigungsarbeiten in Brunsbüttel (Kreis Dithmarschen) gut vorangekommen: „Dank einer großartigen Teamleistung konnte eine Ausbreitung des Öls in Elbe und Nordsee und damit eine Umweltkatastrophe verhindert werden. Es ist den Kräften vor Ort zu verdanken, dass der Verkehr auf dem Nord-Ostsee-Kanal für die Schifffahrt wieder geöffnet werden kann.“

Ölsperren bleiben bestehen
Die Arbeiten sind aber noch nicht gänzlich abgeschlossen. Laut Goldschmidt bleiben beispielsweise die Ölsperren bestehen, damit sich eventuell verbliebene Ölreste nach der Öffnung des Kanals nicht weiter verbreiten. Außerdem sollen Schiffe mit äußerster Vorsicht fahren, damit nicht neues Öl an die Böschungen geschwemmt wird. Goldschmidt betonte: „Auch wenn die Schadensbekämpfung sehr weit fortgeschritten ist und der Verkehr auf dem NOK nun wieder aufgenommen werden kann, wird uns eine gewissenhafte Nachsorge noch lange beschäftigen.“

Ein Unfall mit historischem Ausmaß
Vor mehr als zwei Wochen war bekannt geworden, dass durch ein Leck an einer Ölpipeline große Mengen Rohöl in den Nord-Ostsee-Kanal gelangt waren. Mittlerweile ist die beschädigte Pipeline durch den Betreiber – die Raffinerie Heide – erfolgreich repariert und vom TÜV abgenommen worden.

Das Leck an der Pipeline hatte einen der größten Öl-Unfälle in der Geschichte Schleswig-Holsteins zur Folge – so deutlich hatte es Umweltminister Goldschmidt bei einer Pressekonferenz am vergangenen Freitag formuliert. Auch wurde klar, dass deutlich mehr Öl ausgelaufen war, als zunächst angenommen. Das Umweltministerium bezifferte die Menge des aufgenommenen Rohöls auf 294.000 Liter – was etwa 1.800 gefüllten Badewannen entspricht. Und dieser Wert dürfte tatsächlich noch höher sein: Birgit Matelski, Direktorin des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) in Schleswig-Holstein erklärte nämlich, dass es nicht möglich sei, die gesamte Ölmenge zu entfernen. Zudem betonte Goldschmidt, Rohöl sei hochgiftig und mit Schwermetallen versetzt. Dank des raschen Eingreifens sei eine Ölkatastrophe verhindert worden.

NDR