Nahostkrieg: Israels Armee beschließt Einsatzplan gegen Hisbollah im Libanon

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben einen Einsatzplan für eine Offensive im Libanon genehmigt und freigegeben. Bei einer gemeinsamen Lagebeurteilung im Nordkommando sei beschlossen worden, die Einsatzbereitschaft der Truppen zu erhöhen, teilte die Armee mit.

Zuvor hatte Israels Außenminister Israel Katz vor einer Eskalation der Spannungen im Norden des Landes gewarnt. „In einem umfassenden Krieg wird die Hisbollah zerstört und der Libanon schwer getroffen“, warnte er auf X. „Wir stehen kurz vor dem Moment der Entscheidung, die Regeln gegen die Hisbollah und den Libanon zu ändern.“

Zuvor hatte die Hisbollah-Miliz Luftaufnahmen veröffentlicht, die unter anderem den Hafen der nordisraelischen Stadt Haifa und andere wichtige strategische Orte in der Gegend zeigen und von einer Drohne aufgenommen worden sein sollen.

Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah prahle damit, die Häfen von Haifa gefilmt zu haben und drohe, sie anzugreifen, schrieb Katz. Die Häfen würden von internationalen Unternehmen aus China und Indien betrieben.

Auch der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte kürzlich gesagt, die Armee sei bereit für einen intensiven Einsatz im Libanon, sollte dies notwendig werden. 

Die Spannungen zwischen der israelischen Armee und der Hisbollah nehmen seit Monaten zu, an der Grenze beider Länder kommt es fast täglich zu Zwischenfällen. Seit in der vergangenen Woche ein ranghoher Kommandeur der Hisbollah bei einem israelischen Angriff getötet wurde, hat die Terrororganisation ihre Attacken auf Nordisrael verschärft. 

USA befürchten Eskalation

In dem Konflikt bemühen sich derzeit die USA um Deeskalation, der US-Gesandte Amos Hochstein führte dazu Gespräche im Libanon. Nach libanesischen Informationen wollte Hochstein der libanesischen Regierung dabei eine deutliche Warnung der israelischen Seite übermitteln. Benny Gantz, Ex-Mitglied im israelischen Kriegskabinett, soll Medienberichten zufolge zu Hochstein gesagt haben, die Zeit für eine diplomatische Einigung laufe aus.

Seit Beginn des Gaza-Kriegs vor mehr als acht Monaten wird eine Ausweitung des Konflikts auf den Libanon befürchtet. Die vom Iran unterstützte Hisbollah sieht sich als Verbündete der Hamas.