Microsoft kündigt KI-Funktionen für Office-Anwendungen an

Der neue „Copilot“ soll die tägliche Büroarbeit revolutionieren. Außerdem: Schieflage einer weiteren US-Bank abgewendet und Virgin Orbit beurlaubt den Großteil seiner Mitarbeiter.

Microsoft scheint selbst Google beim Thema Künstliche Intelligenz abgehängt zu haben. Chinesische Rivalen geraten derzeit ins Hintertreffen.

Microsoft scheint selbst Google beim Thema Künstliche Intelligenz abgehängt zu haben. Chinesische Rivalen geraten derzeit ins Hintertreffen.
Pavlo Gonchar/SOPA Images/LightRocket via Getty Images

Guten Morgen! Während ihr geschlafen habt, ging andernorts die Arbeit in der Digitalszene weiter.

Die Top-Themen:

Microsoft prescht beim Thema Künstliche Intelligenz (KI) weiter voran: Der US-amerikanische Softwarekonzern stellte am Donnerstag KI-gestützte Erweiterungen aller Office-Anwendungen wie Powerpoint, Word, Teams und Excel vor. Der Assistent nennt sich „Copilot“ und wurde vom zuständigen Microsoft-Manager Jared Spataro als „Revolution“ bezeichnet. „Copilot“ wird von Software angetrieben, die von ChatGPT-Entwickler OpenAI entwickelt wurde, dem Startup, das Microsoft mit einer Investition in Höhe von mehreren Milliarden Dollar unterstützt hat.

Nicht ebenso erfolgreich war dagegen die Präsentation von Baidu. Chinas größter Suchmaschinenbetreiber stellte seinen intelligenten Chatbot „Ernie Bot“ vor. Der Konzern ist unter Druck, beim Thema KI zu den US-amerikanischen Konkurrenten aufzuschließen. Doch statt einer Live-Vorführung präsentierte Baidu-Chef Robin Li lediglich ein Video. Dies beeindruckte Anleger und Marktbeobachter nicht: Der Aktienkurs des Konzerns sackte an der Börse Hongkong als Reaktion zeitweise rund zehn Prozent ab. [Mehr bei Bloomberg, CNBC, CNBC, Handelsblatt und Handelsblatt]

Auf Gründerszene: Mehr als 80 Prozent der Startups in Deutschland werden im Team gegründet – viele davon unter Freunden. Prominente Beispiele gibt es reichlich, das MyMuesli-Team etwa. Dennoch raten viele Experten davon ab. Gründer Henning Staudt teilt seine Erfahrungen und gibt Tipps, wie es gelingen kann. [Mehr bei Gründerszene]

Und hier die weiteren Schlagzeilen der Nacht:

Bankenkrise in den USA: Der US-Einlagensicherungsfonds (FDIC) bittet Kaufinteressenten, ihre Angebote für die Silicon Valley Bank und die Signature Bank bis Freitag einzureichen. Gleichzeitig wurde bekannt, dass sich die großen US-Institute zusammengetan haben, um die ebenfalls angeschlagene First Republic Bank zu stützen und so eine weitere Bankenpleite zu verhindern. Elf Banken werden insgesamt 30 Milliarden US-Dollar bei der Bank halten. Das in San Francisco ansässige Finanzinstitut hatte sein Vermögensverwaltungsgeschäft in den letzten Jahren schnell ausgebaut und bedient auch Technologiekunden. [Mehr bei Reuters und Handelsblatt]

Virgin Orbit hat am Mittwoch den größten Teil seiner Mitarbeiter beurlaubt und den Betrieb unterbrochen. Laut des US-Senders CNBC sucht das Führungsteam nach neuen Finanzierungsquellen. Virgin Orbit ist ein Raumfahrtunternehmen, das Teil der Virgin Group des britischen Milliardärs Richard Branson ist. Die Firma ging im August 2021 über eine Zweckgesellschaft an die Börse, die das Unternehmen damals mit 3,2 Milliarden US-Dollar bewertete. Nach einem gescheiterten Raketenstart Anfang des Jahres sank der Aktienkurs. Am Donnerstag betrug die Marktkapitalisierung nur noch 225 Millionen Dollar. [Mehr bei The Information]

Tiktok-Chef Shou Zi Chew hat in einem Interview mit dem „Wall Street Journal“ behauptet, dass ein Verkauf der Video-Plattform, wie ihn die US-Behörden derzeit fordern, die Bedenken um die nationale Sicherheit nicht ausräumen werde. Die US-Regierung droht derzeit mit einem Verbot der App in den USA. Nachdem Tiktok zum chinesischen Konzern Bytedance gehört, fürchten die Behörden, dass Peking Zugriff auf Kundendaten von US-Bürgern nehmen könnte. Laut dem CEO bietet ein Multimilliarden-Dollar-Plan, den Tiktok vorgeschlagen hat, einen ganz ähnlichen Schutz wie ein Verkauf. Dieser Plan sieht vor, Oracle als amerikanischen Partner einzubinden und die Daten amerikanischer Nutzer dort zu speichern. [Mehr bei Wall Street Journal]

FTX hat bekannt gegeben, dass Mitgründer und Ex-CEO Sam Bankman-Fried sowie andere Gründer Darlehen in Höhe von 3,2 Milliarden US-Dollar von Alameda Research und anderen mit FTX verbundenen Unternehmen erhalten haben, bevor die Unternehmen Insolvenz anmelden mussten. Bankman-Fried erhielt demnach 2,2 Milliarden Dollar, der ehemalige Director of Engineering Nishad Singh bekam 587 Millionen und der frühere Chief Technology Officer Gary Wang 246 Millionen Dollar. [Mehr bei Reuters und The Information]

Twitch-CEO Emmett Shear hat am Donnerstag seinen Rücktritt als CEO bekannt gegeben. Shear hatte die Streaming-Plattform mehr als ein Jahrzehnt lang geführt. Shear war einer der ursprünglichen Gründer von Justin.tv, einem Live-Streaming-Vorläufer von Twitch. Twitch wurde 2014 von Amazon für 970 Millionen US-Dollar übernommen. Shear wird durch Dan Clancy ersetzt, einen ehemaligen langjährigen Google-Manager, der zuletzt als Präsident von Twitch fungierte. [Mehr bei The Information]

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Eure Gründerszene-Redaktion


Source: businessinsider.de