Messerattacke im Berliner Bus – Tatverdächtiger festgenommen

Die Polizei hat nach der Messerattacke auf eine 33-Jährige in einem Berliner Bus einen Tatverdächtigen festgenommen. Die Staatsanwaltschaft Berlin bestätigte am Karfreitag einen entsprechenden Bericht der „Bild“-Zeitung. Der Tatverdächtige sei in der Nacht auf Freitag in Berlin-Wedding festgenommen worden, sagte ein Sprecher. Nach dem oder den Tätern, die am Donnerstag einen Taxifahrer in Berlin-Grunewald getötet haben, wird derweil noch gesucht.

Die 33 Jahre alte Frau war bei dem Messerangriff am vergangenen Dienstag lebensbedrohlich verletzt worden und musste laut Polizei notoperiert werden. Nach einem Bericht der „B.Z.“ erlitt die Frau Verletzungen unter anderem an Herz, Lunge und im Bauch. Die Polizei machte dazu keine Angaben mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen und mögliches Täterwissen.

Die 33-Jährige war gemeinsam mit ihren sieben und neun Jahre alten Töchtern im Bus unterwegs. Die Mädchen blieben laut Polizei körperlich unverletzt und befinden sich in der Obhut der Familie. Ursprünglich hatten die Ermittler eine Vorbeziehung zwischen Täter und Opfer ausgeschlossen. Laut „Bild“-Bericht war der Angriff aber wohl eine Beziehungstat.

Die beiden Fälle haben das Thema Straftaten mit Messern erneut in den Fokus gerückt. Solche Gewalttaten werden in der Hauptstadt zunehmend zum Problem – auch und vor allem, weil jüngere Menschen regelmäßig zu den Tätern gehören.

Im vergangenen Jahr kam es nach Angaben des Senats zu 3317 Straftaten im Bereich „Messerangriff“, 2021 waren es noch 2777, ein weiteres Jahr zuvor weniger als 2600. Auch vor der Corona-Pandemie lagen die Zahlen unter 3000, ein Vergleich ist wegen geänderter Erfassung in der Kriminalstatistik aber schwierig. Im laufenden Jahr wurden bis zum 21. März mehr als 600 solcher Straftaten gezählt.

Polizeipräsidentin Barbara Slowik beklagte bereits zum Jahreswechsel, dass auch Jugendliche und Kinder immer häufiger Messer dabei hätten und auch einsetzen würden. „Das hat leider zugenommen. Wir betrachten diese Entwicklung sehr genau“, sagte Slowik Ende 2022.

Die Gewerkschaft der Polizei forderte Ende März aufgrund der gestiegenen Zahlen „eine gesamtgesellschaftliche Reaktion und eine ernsthafte Debatte darüber, welche sinnvollen Maßnahmen ergriffen werden können, um Menschenleben zu schützen“. Mit Blick auf die Bereitschaft junger Leute, ein Messer als Waffe einzusetzen, sagte der GdP-Landeschef Stephan Weh damals: „Die einen machen das aus Angst davor, dass sie abgezogen werden, andere, weil sie in geplanten Auseinandersetzungen Menschen ganz gezielt verletzen wollen.“

Die meisten schweren Taten fänden im privaten Raum statt. „Wir erleben aber eben auch, dass es immer häufiger bei Auseinandersetzungen auf der Straße nicht mehr bei Schnittwunden bleibt, sondern gezielt zugestochen wird“, sagte Weh.

Faeser erwägt Messerverbot in Bus und Bahn
Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) brachte am Donnerstag ein Messerverbot in Bussen und Bahnen als Vorschlag in die Debatte ein. In beiden Verkehrsmitteln kommt es immer wieder zu Messerangriffen mit Toten und Verletzten. „Wir sollten auch über Messerverbote in öffentlichen Verkehrsmitteln – in Bus und Bahn – nachdenken. Wer mit dem Flugzeug reist, darf ja auch kein Messer mitnehmen“, sagte Faeser den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Von der Deutschen Bahn kam Unterstützung für den Vorschlag. Die GdP hält ein solches Verbot dagegen für kaum kontrollierbar.

Bei einer Gewalttat im Villenviertel Grunewald wurde am Donnerstag ein 49-Jähriger getötet. Trotz erster Rettungsversuche durch Zeugen vor Ort sei der Taxifahrer später in einem Krankenhaus gestorben. Der oder die Täter sind laut Polizei geflüchtet, die Hintergründe sind unklar. Zu den Umständen des Fundes des Verletzten und der Art der Verletzungen machte die Polizei keine Angaben. „Bild“ und „B.Z.“ berichteten, der Taxifahrer sei in den Hals gestochen worden. Die Polizei wollte dazu mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen und mögliches Täterwissen keine Angaben machen.

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