Marktbericht: Deutscher Aktienindex steigt weiter

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Stand: 04.12.2025 18:46 Uhr

Die Aussicht auf sinkende US-Zinsen hat die Anleger hierzulande optimistisch gestimmt. In der deutschen Wirtschaft hat sich dagegen die Stimmung im Jahresverlauf kaum verbessert.

Schon kommende Woche könnte die US-Notenbank die Zinsen senken. Im Vertrauen auf einen solchen Schritt, griffen Anlegerinnen und Anleger bei deutschen Aktien zu. Getrieben von Autowerten beendete der Deutsche Aktienindex (DAX) den Tag mit 23.882 Punkten um 188 Punkte oder 0,8 Prozent besser.

Marktbeobachter Timo Enden befürchtet, dass es mit den Schaukelbörsen so weitergehen könnte. „Zu größeren Engagements dürften sich Anleger wohl weiterhin nicht hinreißen lassen, da die makroökonomische Gemengelage fragil bleibt.“

In den USA sind die Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe in der Vorwoche mit 191.000 so niedrig ausgefallen wie seit über drei Jahren nicht mehr. Dies linderte zwar Sorgen der Anlegerinnen und Anleger über den Zustand der US-Wirtschaft.

Zugleich schürten die Zahlen neue Zweifel am weiteren geldpolitischen Kurs der US-Notenbank Federal Reserve. Die Währungshüter versuchen, mit erhöhten Zinsen die Inflation einzudämmen, ohne die Konjunktur abzuwürgen. An der Wall Street fielen die Kurse leicht zurück.

Die Aktionäre hierzulande müssen sich erstmals seit dem Corona-Frühjahr 2020 auf niedrigere Dividenden einstellen. Nach einer Prognose des Handelsblatts werden die 40 im DAX notierten Konzerne im nächsten Frühjahr zusammengerechnet knapp 52 Milliarden Euro für das vergangene Geschäftsjahr ausschütten. Das ist fast eine Milliarde Euro weniger als in diesem Jahr.

Das liegt besonders an den einst dividendenstarken Autobauern – deren Ausschüttung dürften um dreieinhalb Milliarden Euro sinken. Klammert man die Autobauer aus, dann steigen die Dividenden im DAX um fast zehn Prozent. Maßgeblich verantwortlich dafür sind die Finanzdienstleister: Allein die Allianz wird wohl mehr als sechs Milliarden Euro ausschütten – mehr als jeder andere deutsche Konzern.

Obwohl sie mit Dividenden knausern, gehörten Autowerte zu den treibenden Kräften der Börse. Die Hersteller erhoffen sich wieder bessere Geschäfte in den USA. Präsident Donald Trump hatte angekündigt, die von der Vorgängerregierung erlassenen Beschränkungen bei den Abgasvorschriften wieder zu lockern. Die Auflagen verzeichnete er als „lächerlich und indiskutabel“.

Porsche, Mercedes und BMW waren mit Kursgewinnen bis fünf Prozent an der DAX-Spitze zu finden, ebenso wie Papiere von Daimler-Truck. Der Nutzfahrzeughersteller, der unter anderem mit der Tochter Freightliner in den USA aktiv ist, wird zu den Profiteuren der großzügigeren Emissionsregeln gezählt.

Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft hat sich nach dem Regierungswechsel und trotz der Aussicht auf Hunderte Milliarden an staatlichen Investitionen im Jahresverlauf kaum verbessert. Von Januar bis November stieg das Geschäftsklima-Barometer nur um rund 2,8 Punkte, „was fast einem Stillstand gleichkommt“, wie das Münchner ifo-Institut zu seiner monatlichen Umfrage unter Tausenden Managern mitteilte.

„Insgesamt zeigt sich über alle Wirtschaftsbereiche hinweg, dass man nicht von einer Erholung sprechen kann“, sagte ifo-Umfragechef Klaus Wohlrabe.

Drei Börsenneulinge dieses Herbstes bekommen noch vor Weihnachten einen Platz in einem der führenden Leitindizes der Börse. Der vom Reifenkonzern Continental abgespaltene Autozulieferer Aumovio zieht am 22. Dezember ebenso in den Nebenwerteindex MDAX ein wie TKMS, der von Thyssenkrupp an die Börse gebrachte Hersteller von U-Booten und Fregatten.

Neu im Kleinwerteindex SDAX ist der Prothesenhersteller Ottobock. Das teilte die Deutsche-Börse-Tochter ISS Stoxx am Mittwochabend mit. Im Leitindex DAX der 40 wichtigsten Werte an der Frankfurter Börse gibt es erwartungsgemäß keine Veränderung.

Source: tagesschau.de