Mario Voigt: Die Würde des Doktors ist antastbar
Was tun mit Dissertationen, die ihren Wert verloren haben?
Den Kamin anheizen? Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU, 2011), Annette Schavan
(CDU, 2013) und Franziska Giffey (SPD, 2021), sie alle stolperten über die
wissenschaftlichen Mängel ihrer Doktorarbeit. Ihren Titel mussten sie auf- und
abgeben und sie traten von ihren Bundesämtern zurück. Nun hat es Mario Voigt
erwischt, den CDU-Ministerpräsidenten von Thüringen: Die TU Chemnitz ließ ihn
wissen, dass ihm der Doktortitel nach einem im August 2024 eingeleiteten Plagiatsprüfungsverfahren, angestoßen von dem umstrittenen und selbst ernannten „Plagiatsjäger“ Stefan Weber, aberkannt wird. Voigt kündigte an, gegen die Entscheidung beim
Verwaltungsgericht zu klagen: Die Entscheidung sei nicht nachvollziehbar und die
Universität folge zudem nicht ihrem eigenen Gutachten, wonach die Dissertation den
wissenschaftlichen Anforderungen entspreche. Voigt indes bleibt in seinem Amt. Am gestrigen Mittwoch überstand er auch ein Misstrauensvotum, das die AfD im Thüringer Landtag angestrengt hatte.