Johannes Winkel: „Gefühlt sträubt die SPD sich innerlich gegen den Politikwechsel“

Johannes Winkel, 33, ist seit 2022 Vorsitzender der Jungen Union, der Nachwuchsorganisation von CDU und CSU. Bei der Bundestagswahl im Februar holte er das Direktmandat für den Wahlkreis Düsseldorf II und kam als Abgeordneter in den Bundestag.

DIE ZEIT: Am Sonntag diskutiert das CDU-Präsidium über den Umgang mit der AfD. Was war falsch am bisherigen Umgang?

Johannes Winkel: Unter Angela Merkel hieß das Motto: einfach ignorieren, Thema erledigt. Leider hat man aber nicht nur eine Strategie versäumt, sondern vor allem viele der eigenen Positionen aufgegeben. Damit haben wir überhaupt erst den Raum geöffnet, in dem die AfD sich ausbreiten konnte: Migration, Energiepolitik, vieles mehr. Hätten wir das nicht getan, wäre die AfD auf Themen wie ihre bedingungslose Putintreue und diverse Verschwörungstheorien reduziert worden und hätte diese Stärke nie erreicht. Was wir als Partei also brauchen, ist Stabilität, programmatische Berechenbarkeit, eine klare Linie.