Früherer Präsident begnadigt: Opfer im Geiste

Glaubt man Trump, dann liegt ihm nach dem Frieden in der Welt nichts so sehr am Herzen wie die Sicherheit und die Gesundheit seines amerikanischen Volkes.
Zu keinem anderen Zweck nämlich lässt der Präsident seit Monaten in der Karibik und vor der Pazifikküste unter flagranter Verletzung des Völkerrechts Schiffe samt Besatzung versenken, von denen behauptet wird, sie stünden in Diensten von Rauschgiftschmugglern.
Ohne Zweifel ist Mittelamerika ein wichtiges Bindeglied zwischen den Häfen und Flughäfen in Venezuela, Kolumbien und Ecuador im Süden sowie der Grenze zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten im Norden. Die mafiaähnlich organisierten Schmugglernetzwerke lassen daher seit Jahrzehnten nichts unversucht, um Sicherheitsorgane zu infiltrieren und Politiker mit Geld und Drohungen dazu zu bringen, sie gewähren zu lassen.
Verbrecher ohne Reue
Einen ihrer willfährigsten Helfer, den in New York zu 45 Jahren Haft verurteilten vormaligen honduranischen Präsidenten Juan Orlando Hernández, hat Trump jetzt begnadigt.
Reue zeigen brauchte der Verbrecher nicht. Es reichte, dass er sich wie Trump zum Opfer politischer Verfolgung unter der Regierung Biden-Harris stilisierte. Auf diese Idee ist der venezolanische Gewaltherrscher Nicolás Maduro noch nicht gekommen. Aber einen Versuch wäre es wert, um einem Deal mit Trump näherzukommen.
Source: faz.net