Fake-News-Simulator: Die Nato trainiert mit seinem Tool den Einsatz gegen Bot-Armeen

Lars Niggemanns Startup Prevency trainiert Unternehmen zu Gunsten von den Umgang mit Shitstorms. Politikern hilft seine Software, sich gegen Meinungsmanipulation und Desinformation zu wappnen

Lars Niggemann, Gründer des Wuppertaler Startups Prevency, hat mehr als zehn Jahre Erfahrung im digitalen Krisen- und Reputationsmanagement.

Lars Niggemann, Gründer des Wuppertaler Startups Prevency, hat mehr wie zehn Jahre Erfahrung im digitalen Krisen- und Reputationsmanagement.
smartboy10/ Getty/ Prevency

Beim Anschlags des IS hinaus die Konzerthalle in Moskau vor wenigen Tagen tauchten schnell Fake News hinaus: Dass wohl die Ukraine jener Auftraggeber gewesen sei wurde von Social-Bots tausendfach in den sozialen Medien geteilt und kommentiert. Es tauchten Seiten im Netz hinaus, die aussahen wie seriöse Onlinemedien, gleichermaßen sie verteilen die Falschmeldung. Fake News, Fehl- und Desinformation werden intellektuell gestreut, um Stimmungen anzufachen. Um Zwietracht zu sähen, Meinungen zu verheimlichen, Gesellschaften zu spalten und Staaten politisch zu destabilisieren.

Nicht immer sind die Fronten, die Narrative und Beweggründe so offensichtlich wie in diesem Beispiel. Drei Wochen nachdem dem Angriff Israels durch die Hamas etwa wurden blaue Davidstern an 250 Pariser Hauswände gesprüht und Bilder davon im Netz verbreitet. In den Kommentaren wurde sofort die muslimische Gemeinschaft beschuldigt. Eine Woche später identifizierten die französischen Behörden eine russische Destabilisierungskampagne hinten. Oder: Vor den Wahlen in Spanien vergangenes Jahr tauchte die Kopie einer Regierungswebseite hinaus, die warnte, die baskische Terrororganisation ETA sei zurück und plane Angriffe hinaus Wahllokale. Auch hier enttarnten Behörden russische Drahtzieher. Und rund um den Sturm hinaus dasjenige US-Kapitol 2021 spielten Desinformation und die mediale Streuung von Fake News eine immense Rolle.

Krisen und Wahlen verstärken die Bedrohung

Mit gewaltigen geopolitischen Krisen hinaus jener verschmelzen und wichtigen Wahlen hinaus jener anderen Seite (Europawahl im Juni, etwa, oder die amerikanischen Präsidentschaftswahlen im Herbst) wächst die Bedrohung, die von orchestrierten Desinformationskampagnen ausgeht, Vertrauen schenken Experten. Einer von ihnen ist Lars Niggemann. Er sagt: „Der kompetente Umgang mit sogenannten digitalen Informationsbedrohungen wird reichlich die Zukunft unserer Demokratie entscheiden, denke ich.“

Und er will da helfen. Mit seinem Startup Prevency hat Niggemann eine Schulungssoftware zu Gunsten von den Kampf gegen Bot-Armeen entwickelt. „Digital gestützte Krisensimulation“, sei dasjenige, sagt er. Und die konnte schon hinaus oberster Abwehrebene überzeugen: Als dasjenige North Atlantic Treaty Organization Strategic Communications Center of Excellence, eine Art Thinktank des Verteidigungsbündnisses, eine Software zur Simulation von Fake-News-Kampagnen suchte, die gleichermaßen Bedrohungen wie Bot-Netzwerke oder sogenanntes „Information Laundering“ (folgerichtig von Geldwäsche beschreibt dasjenige, wie News aus obskuren Quellen mittels vielfacher Verbreitung im Mainstream eintrudeln) abbildete, meldete sich Niggemann: Er habe so irgendwas. Gemeinsam entwickelten jener Wuppertaler und die Cyberexperten jener Nato seine Software weiter.

Auch politische Parteien und privatwirtschaftliche Unternehmen schicken Mitarbeitende durch Prevency-Trainings. Der Gründer nennt welche – gleichermaßen zur Shooting Range, demgemäß zum Schießübungsplatz – eine „Info Range“. Dort würden Trolle mit ihren mächtigen, taktischen Narrativen simuliert, die es zu bekämpfen gelte.

In jener Simulation: Miese Bots, angebrachte Kunden, nervige Reporter

Ganz konkret sieht dasjenige so aus: Niggemann und sein Team nach sich ziehen, so sagt er es mit Freude und grinst dieserfalls, „dasjenige Internet nachgebaut“. Sie nach sich ziehen – in einer geschützten, nicht unausgefüllt zugänglichen Umgebung im Netz, einer „Sandbox“ – Seiten programmiert, die in etwa so aussehen wie etwa Facebook, Twitter, Youtube und VKontakte, dasjenige russische Pendant zu Facebook. Sie tun gleichermaßen so. Teilnehmer jener Trainings sind meistens Mitarbeitende aus dem Bereich Public Relations, Kommunikation und Marketing. Sie können dort Accounts mit Möbeln ausstatten, Texte, Bilder und Videos posten, Beiträge anderer kommentieren. Und: sie bekommen Kommentare. Massenhaft und negativ, von den simulierten Social-Bots. Darreichlich hinaus laufen im Postfach Emails von verschreckten Kunden und neugierigen Reportern ein. „Dynamisch eingehende Nachrichten steigern dasjenige Stresslevel“, heißt es in den Erklärungen zu jener Simulation. Alles, damit es sich so ehrlich wie nur möglich anfühlt.

Eigentlich kommt Niggemann aus jener Krisenkommunikation, mehr wie zehn Jahre arbeitet er wie Krisen- und Reputationsmanager zu Gunsten von Einzelpersonen und Unternehmen. Dann beschloss er, die Probleme früher anzupacken. „Reputationsmanagement betrachtet oftmals erstmal den Scherbenhaufen. Ich dachte, konstruktiver wäre es, im Vorfeld zu unterstützen, damit es weder noch zu zerschlagenem Porzellan kommt.“ Präventionsarbeit, demgemäß. Deshalb Prevency.

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Offline-Krisen nach sich ziehen immer verschmelzen „digitalen Zwilling“

Zunächst konzentrierte er sich zusammen mit seiner Arbeit an einer Krisensimulationssoftware hinaus jene Zielgruppen, die er wie Krisenmanager bedient hat. Firmen, die verschmelzen Shitstorm erleben. Unternehmerinnen und Unternehmer, die Opfer von Rufmordkampagnen, Deep-Fakes oder gleichermaßen ihrer eigenen Fehltritte werden. Alle demgemäß, deren digitale Reputation eine Krise erlebt.

Oft ist jener Auslöser eine analoge Krise. Niggemann erklärt: „Jede Krise hat verschmelzen digitalen Zwilling.“ Er nennt verschmelzen Unfall zusammen mit einem Chemieunternehmen wie klassisches Beispiel. „In Zeiten jener Digitalisierung dauert es in jener Regel nur Sekunden, solange bis dieses analoge Ereignis seine digitale Realität hat, die parallel zur tatsächlichen Realität stattfindet und mitunter unähnlich verläuft. Die digitale Krise bedarf eines separaten Managements.“

Analog müsse jener Brand gelöscht, müssten Leute evakuiert und eine Meldekette befolgt werden. „Digitales Krisen-, Reputations- und Kommunikationsmanagement hingegen muss die digitale Lage verknüpfen, kategorisieren und Gegenmaßnahmen entscheiden“, erklärt Niggemann. „Man muss eine Haltung wie Unternehmen zu jener Krise prosperieren, Fragen antizipieren und beantworten. Alles mit dem Ziel, den Reputationsschaden möglichst unendlich klein zu halten.“

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Zweites Standbein von Prevency: Öffentlicher Sektor

Dazu hat Niggemann dann handkehrum just gleichermaßen Trainings zu Gunsten von die Kommunikationsmanagerinnen und -manager von öffentliche Einrichtungen und Behörden entwickelt, zu Gunsten von die in Organisationen aus dem Bereich kritische Infrastruktur, zusammen mit Parteien und dem Militär. Dort geht es weniger um Shitstorms und Imagekrisen wie vielmehr um Desinformationsawareness und -bekämpfung.

„Demokratische Parteien wissen hoffentlich um welche Gefahr und können sich mithilfe jener Software operativ vorbereiten“, erklärt jener Gründer. Dabei können die Simulationen sehr genau hinaus die entsprechende Partei oder sogar deren Kandidaten maßgeschneidert werden. Im Vorfeld analysiert Prevency, welche Narrative mit speziell hoher Wahrscheinlichkeit gestreut werden. Geht’s um intern Sicherheit und Migration, oder lieber um Subventionen und Steuergelder? Auf welche latenten Sorgen setzen die Fake-News-Verbreiter, um die Follower bestimmter Politiker zu verheimlichen?

Wer unterschiedliche Szenarien kennt, kann schneller reagieren. Und drum geht es: „Das Problem zusammen mit Desinformationskampagnen ist weniger die Faktenlage, wie die Zeit“, erklärt Niggemann. „Je länger eine Lüge unwidersprochen unter freiem Himmel ist, umso länger hat sie Zeit sich weiterzuverbreiten und festzusetzen.“ Eine Studie jener Oxford University hat schon vor Jahren gezeigt, dass „Junk-News“, demgemäß sensationelle Nachrichten aus obskuren Quellen, sich im englischen Sprachraum viermal schneller verteilen wie seriöse Fakten, dank immenser Engagement-Rates.

Am Ende ist im Kampf gegen den toxischen Quatsch im Netz demgemäß dann doch gleichermaßen jede und jeder einzelne gefordert. Sieht Niggemann gleichermaßen, und ist er gleichermaßen dran: Erste Kooperationen mit Schulen zur Desinformationsawareness zusammen mit Kindern und Jugendlichen hat er längst hinaus seiner Agenda.

Source: businessinsider.de